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Baseball: Der Held des ersten Finalspiels

Baseball : Der Held des ersten Finalspiels

Er hat die Solinger Alligators im ersten Playoff-Duell um die Deutsche Meisterschaft gerettet. Die Regensburg Legionäre standen kurz vor der Wende, doch dann kam Robin Drache. Am Wochenende will der 23-Jährige den Titel.

"So beginnt es also", sagt Robin Drache, als ihn sein Trainer Norman Eberhardt im neunten und entscheidenden Durchgang auf den Wurfhügel schickt. Die Solingen Alligators führen mit 6:5 im ersten Endspiel um die Deutsche Meisterschaft bei den Regensburg Legionären. Doch die sind mit zwei Läufern und nur einem Aus am Drücker und scheinen die Partie noch umbiegen zu können. "Ich habe schon kurz darüber nachgedacht, in was für einer Situation wir stecken", sagt Robin Drache. "Aber aus irgendeinem Grund war ich nicht nervös. Ich habe mir einfach gesagt, dass mir niemand böse sein könne, wenn ich das Spiel nun verliere."

Tatsächlich wäre Drache in Schutz genommen worden. Der Allrounder hat sich während der gesamten Saison nicht auf das Werfen konzentriert. Vor ihm verfügen die Alligators über einige andere Pitcher, die für die Startwerfer André Hughes und Nick Renault eingewechselt werden können. Nachdem Theon Bourdaniotis einen Ball an seinem Knie abbekommen hat, weiß Drache, dass er der Nächste sein könnte. "Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Trotzdem war ich bereit", meint der 23-Jährige, der in der Begegnung bisher nicht zum Einsatz gekommen war — auch nicht an seiner angestammten Position als reiner Schlagmann.

Die Zuschauer in Regensburg wittern die Wende und machen einen ohrenbetäubenden Lärm. Die Szenerie ist filmreif. "Als ich auf den Mound kam, habe ich einfach abgeschaltet und meine Aufwärmroutine durchgezogen. Ich habe kaum etwas mitbekommen in diesem Moment." Den zweiten Aufwärmwurf feuert Drache so weit an seinem Catcher vorbei, dass er sich am liebsten die Kappe vor sein Gesicht gehalten hätte. "Aber ab diesem Moment war ich noch lockerer. Das ist ganz schwer zu erklären, was in mir vorgegangen ist." Wenige Minuten später hat es Robin Drache geschafft. Der Solinger zwingt Evan Le Blanc zu einem harmlosen Grundball in die Mitte und bringt Chris Howard dazu, den Ball hoch in die Luft zu schlagen. Die beiden Aus sind Formsache für die Defensive — Robin Drache hat den Tag für die Alligators gerettet.

"Dann kamen alle auf mich zugestürmt", beschreibt der Baseballer. "Es war mein erster Moment, in dem ich so gefeiert worden bin. Das war ein gutes Gefühl — ein richtig gutes Gefühl." Wie wichtig dieser Sieg für die Alligators sein wird, entscheidet sich in den kommenden zwei oder drei Spielen der Serie. Draches Sternstunde könnte einer der größten Momente der Vereinsgeschichte werden, sollten die Solinger in den kommenden Tagen Deutscher Meister werden. 1:1 steht es, nachdem Nick Renault im zweiten Spiel unter seinen Möglichkeiten geblieben ist. "Ich denke, wir machen am Wochenende die Meisterschaft klar", meint Robin Drache. "Wir wissen alle, dass wir die Regensburger schlagen können."

Mit einem weiteren Einsatz als Werfer rechnet Drache im Übrigen nicht. "Ich bin darauf vorbereitet, am Schlag zum Einsatz zu kommen." Ob er am Samstag und Sonntag am Weyersberg auflaufen darf, hat ihm Norman Eberhardt aber noch nicht verraten.

(trd)