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Handball: Der größte Leidtragende

Handball : Der größte Leidtragende

Der Bergische HC hat gestern gegen den OSC Rheinhausen souverän mit 36:24 gewonnen – und ist doch der Verlierer des Wochenendes. Das Sportgericht des Deutschen Handball-Bundes erkannte dem bisherigen Tabellendritten am Grünen Tisch sechs Punkte ab.

Der Bergische HC hat gestern gegen den OSC Rheinhausen souverän mit 36:24 gewonnen — und ist doch der Verlierer des Wochenendes. Das Sportgericht des Deutschen Handball-Bundes erkannte dem bisherigen Tabellendritten am Grünen Tisch sechs Punkte ab.

Es hat den Bergischen HC am Grünen Tisch erwischt. Am Samstag entschied das Bundessportgericht des Deutschen Handballbundes (DHB), dass Hendrik Pekeler gegen den TV Bittenfeld, den HSC Coburg und die HSG Frankfurt nicht hätte spielen dürfen. Die sechs gewonnenen Punkte wird der BHC verlieren, was einen Aufstieg in die Erste Liga in weite Ferne rücken lässt. Stefan Adam ist schockiert und enttäuscht über das Urteil, dessen Begründung noch nicht vorliegt. "Die sportliche Fairness wird mit Füßen getreten ", sagt der BHC-Manager und kündigt den Gang in die Revision an.

Zum Hintergrund: Mitte September handelte sich Hendrik Pekeler bei einem Einsatz für das Oberliga-Team eine Rote Karte in der letzten Minute aufgrund eines taktischen Fouls ein. Dies zieht nach DHB-Statuten eine Sperre von zwei Spielen nach sich. Die HBL, also der Verbund der 54 Erst- und Zweitligisten im Handball, hat sich für ihre Ligen bezüglich eines taktischen Fouls in der letzten Minute aber für ein Spiel statt zwei Wochen Sperre entschieden. Daher teilte die HBL dem Bergischen HC auf Nachfrage mit, dass Pekeler nach Aussetzen seiner Sperre (Partie gegen Saarlouis) in der Zweiten Liga wieder spielen dürfe. Der Einsatz gegen Bittenfeld innerhalb der Zwei-Wochen-Frist war die Folge — dieser hat dem BHC nun vorerst das Genick gebrochen.

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Nach DHB-Regeln hat sich die Sperre durch den Einsatz verlängert. Pekeler hätte damit auch in Coburg und gegen Frankfurt nicht auf dem Feld stehen dürfen. Zu diesem Zeitpunkt war den Bergischen freilich nicht bekannt, dass sie auch nur ansatzweise fragwürdig handeln. Erst eine durch die drei Vereine veranlasste Prüfung der Rechtslage ließ den Verein aufhorchen und entschied sich, Hendrik Pekeler bei der HSG Düsseldorf vorsorglich nicht zum Einsatz zu bringen.

Nachdem die HBL den Einsatz Pekelers nach Prüfung der drei Vereine nochmals abgesegnet hatte, entschieden sich die Clubs, den Fall vor das DHB-Sportgericht zu bringen. Das fällte nun eine Entscheidung, die weitreichende Folgen haben könnte. Einiges deutet darauf hin, dass Pekeler nicht deshalb gesperrt war, weil er sich die Strafe auf Oberliga-Level eingehandelt hatte, sondern weil die HBL nicht eigenmächtig bestehende Regelungen des DHB für ihre Ligen ändern darf. Sollte sich dies bewahrheiten, sind demnächst wohl noch andere Vereine betroffen. Auch die Bundesliga wendet die Sperre von einem Spiel seit dieser Saison an.

Der Bergische HC ist zunächst größter Leidtragender. "Ich habe das Gefühl, dass das Urteil das Resultat eines Machtkampfes zwischen HBL und DHB sein könnte — und wir sind die Dummen", sagt Stefan Adam. Wie hätte der BHC in dieser Situation ahnen können, dass die HBL, die für den Spielbetrieb in den Bundesligen zuständig ist, gar nicht entscheiden darf ? "Es ist ein Skandal. Wir werden uns wehren." Besonders enttäuscht ist Stefan Adam über das Verhalten der drei Vereine, die vorerst von der Entscheidung profitieren. "Auch Coburg, Frankfurt und Bittenfeld haben der Regeländerung, ein solches Vergehen mit einem Spiel statt zwei Wochen Sperre zu bestrafen, zugestimmt." Es sei deshalb nicht nachvollziehbar, warum sich die Vereine plötzlich auf DHB-Recht berufen. "Sportliche Fairness sieht, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens, anders aus."

Mehr zum Spiel lesen Sie hier.

(RP)