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Fußball: Der "Floh" macht Sprünge

Fußball : Der "Floh" macht Sprünge

Kevin Kampl hat sich durch überzeugende Auftritte bei Bayers Regionalliga-Fußballern bis in den erweiterten Bundesliga-Kader vorgespielt. Morgen steht der leichtgewichtige Mittelfeldspieler vor einer wichtigen Prüfung.

Unter der Woche hat für ihn ein ganz wichtiger Termin angestanden: Führerscheinprüfung. Und da alles glatt gelaufen ist, ist Kevin Kampl ein Problem los geworden. Bislang nämlich hatte der 19-Jährige stets per Bahn oder mittels eines Fahrdienstes die Strecke vom Wohnort Solingen zum täglichen Training bei den Fußballern von Bayer Leverkusen zurücklegen müssen. Jetzt fährt er mit dem Auto.

Zügig voran kommt der Mittelfeldspieler auch im übertragenen Sinne: Kevin Kampl ist übers letzte halbe Jahr betrachtet die angenehmste Überraschung im Leverkusener Regionalliga-Team, und am vergangenen Bundesliga-Spieltag gehörte er zum zweiten Mal nach der Partie gegen Werder Bremen zum Aufgebot von Jupp Heynckes. "Ich hätte auch nicht gedacht, dass es so gut für mich laufen würde", sagt der Blondschopf. Im Moment setzt der "Floh" im Leverkusener Mittelfeld, mit 63 Kilogramm das Leichtgewicht der Truppe, ganz auf den Sport. "Ich konzentriere mich allein auf den Fußball", meint er, der im vergangenen Jahr mit der Mittleren Reife die Schule abgeschlossen hat.

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Seit der F-Jugend spielt Kampl, der seine ersten fußballerischen Gehversuche beim VfB Solingen unternahm, jetzt für die Leverkusener, deren Talentsichtern er bei einem Turnier in Quettingen aufgefallen war. "Kevin ist derjenige bei uns, der die positivste Entwicklung genommen hat", erklärt Trainer Ulf Kirsten über seinen sehr vielseitigen Jungspund, der im Mittelfeld alle zentralen Positionen spielen und auch auf den Flügel ausweichen kann. Dass er hinsichtlich seiner Effizienz noch deutlich steigerungsfähig ist, weiß der slowenische U 21-Nationalspieler dabei nur zu gut. "Ich habe oft die Möglichkeit zum Abschluss gehabt, dann aber noch zu häufig das Abspiel gewählt", sagt Kampl, der seine Stärken "im guten Auge und Passspiel und vor allem im Tempodribbling" sieht.

Drei Länderspiele hat er für die Slowenen – Kampls Eltern kamen aus Maribor nach Solingen – mittlerweile bestritten, gegen Italien, Malta und Frankreich. Vor allem gegen die Franzosen erhielt Kampl glänzende Kritiken und wurde als bester Mann gefeiert. "Der Nationaltrainer war sehr zufrieden mit mir", sagt er in aller Bescheidenheit. Dass er es gegen Bremen und in Berlin in Bayers Bundesliga-Aufgebot gebracht hat, macht ihn schon ein wenig stolz. Kampl spricht von einem "fantastischen Erlebnis, dabei zu sein".

(RP)