Handball: Der fehlende Linkshänder

Handball: Der fehlende Linkshänder

Die A-Jugend-Teams der SG Solingen BHC und des TSV Bayer Dormagen spielten auf hohem Niveau. Lediglich mit 30:31 zog der Tabellenvierte gegen den Spitzenreiter den Kürzeren. Nur das Drumherum war eines Top-Spiels in der Handball-Regionalliga nicht würdig.

Wieder einmal funktionierte die Spieluhr in der Klingenhalle nicht — ausgerechnet im Spitzenspiel der A-Jugend-Regionalliga. Viele Blicke richteten sich permanent auf die eigene gestoppte Zeit. Mitte der zweiten Halbzeit begann zudem die Bezirksliga-Mannschaft der SG Solingen BHC IV mit ihrem Aufwärmprogramm an der Seitenlinie. Für reichlich Unruhe war gesorgt, der Rahmen stimmte absolut nicht für das Duell der beiden Handball-Teams aus Solingen und Dormagen. Der Primus und dem Tabellenvierten hätten zweifelsohne ein besseres Drumherum verdient gehabt.

Denn das Gipfeltreffen entwickelte sich zu einem richtig guten Handballspiel, wo der Zweitliga-Nachwuchs schon beeindruckende Fähigkeiten an den Tag legte. Vom Niveau her hätte die Partie auch gut ein Finale um die Westdeutsche Meisterschaft sein können. "Wir haben sehr gut mitgehalten und den Gegner vor große Probleme gestellt." Trainer Leszek Hoft war mit dem Auftritt der SG Solingen BHC sehr zufrieden. Bis in die Schlussphase hielt die SG die Begegnung offen. Bayer Dormagen hatte einfach die besseren Einzelspieler in seinen Reihen, die dank der individuellen Fähigkeiten für die Entscheidung sorgten.

Kentin Mahé nicht auszuschalten

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Herausragender Akteur war Kentin Mahé auf der Mittelposition. Nachdem ihn sein Vater und Trainer Pascal Mahé beim Werksklub in Halbzeit eins geschont hatte, drehte der Regisseur nach der Pause so richtig auf. Neben unzähligen Toren bereitete Mahé ebenso viele vor und war von der SG-Abwehr nie auszuschalten. Zwar stand die Solinger Defensive ordentlich, doch die beiden Torhüter Alexander Echl und Nico Hilgers erwischten keinen guten Tag. Im Gegenzug scheiterten die Hausherren aber immer wieder am Dormagener Schlussmann. "Die Menge der Fehler hat letztlich auch zu der Niederlage geführt", meinte Leszek Hoft.

Problemzone: Rechter Rückraum

Problematisch war vor allem die rechte Rückraumposition. Hier fehlt der SG ein durchschlagskräftiger Linkshänder, der dem Spiel seinen Stempel aufdrücken kann. Mit Simon Ciupinski, Damian Janus, Artur Giela oder auch Dominik Casal versuchten sich eine Reihe von Spielern auf dieser Position, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. "Wir sind dann einfach zu leicht ausrechenbar. So ein starker Gegner wie Dormagen bestraft das dann." Hoft geht trotzdem zuversichtlich in die kommenden Wochen. Auch vor dem nächsten Schlager am Sonntag gegen den Tabellennachbarn VfL Eintracht Hagen ist dem Übungsleiter nicht bange.

(RP)
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