Bergischer HC : Zurück auf Erstliga-Niveau

Unzufrieden stimmte nur das Ergebnis im Derby gegen den VfL Gummersbach. Nach zuletzt schwachen Leistungen präsentierten sich die Handballer des Bergischen HC zumindest wieder als engagierte Mannschaft.

Diese Niederlage war schmerzhaft, weil mit ihr die ohnehin schon minimale Chance auf den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga noch kleiner geworden ist. Dabei gehörte das 26:29 (13:15) in die Kategorie der vielen Auftritte des Bergischen HC in dieser Saison, für die sich der Aufsteiger in der Hinrunde Lob von der Konkurrenz abgeholt und damit Ansprüche angemeldet hatte, nicht nur für ein Jahr zu den 18 Vereinen der stärksten Liga der Welt zu gehören.

Im Vergleich zu den Vorwochen, als die Löwen gegen das Schlusslicht Eintracht Hildesheim verlor und bei den Füchsen Berlin zumindest eine Halbzeit lang nur Spielball waren, wurde das Bergische Derby von beiden Seiten mit hohem Engagement auf Erstliga-Niveau geführt. "Man hat gesehen, dass wir unbedingt gewinnen wollten", sagt Fabian Böhm. Gereicht hat es trotzdem nicht, weil auch der VfL Gummersbach unbedingt gewinnen wollte, um den Klassenerhalt endgültig perfekt zu machen. Mit dem gestärkten Selbstbewusstsein einer nahezu perfekten Rückrunde befreite sich die Mannschaft von Trainer Emir Kurtagic aus jeder brenzligen Situation, indem sie in der Abwehr noch konsequenter zupackte, als sie es ohnehin schon tat.

In gleichem Maß wollten die Bergischen zulegen, als sie den Anschluss herstellten oder sogar den Ausgleich erzielten. Fehler der Übermotivation waren programmiert. Die Halle stand Kopf, als Kristian Nippes das 20:20 erzielte (42.). In den folgenden acht Minuten jedoch trafen nur noch die Gummersbacher, zweimal davon per Tempogegenstoß, um wieder auf 24:20 (50.) davonzuziehen. "Wir mussten mehrere Mal unglaublich viel Energie aufwenden, um uns zurück ins Spiel zu kämpfen." Runar Karason vermutet, dass vielleicht die Kraft gefehlt habe, um das Ruder endgültig herumzureißen.

Nur noch Wetzlar in Reichweite

Nach dem gleichzeitigen 25:23-Sieg der TSV Hannover-Burgdorf gegen Frisch Auf Göppingen ist nur noch die HSG Wetzlar in Reichweite des Bergischen HC. Die Mittelhessen noch abzufangen, würde bei dem Fünf-Punkte-Rückstand einem Handballwunder gleichkommen. "Wir müssen so viele Punkte wie möglich holen und schauen, was dabei herausspringt", sagt Runar Karason. Auf die Worte des Zweckoptimismus lässt der Isländer sogleich folgen, dass "wir noch gute Spiele zeigen wollen, um im schlimmsten Falle stolz gehen zu können." Ähnlich redet Fabian Böhm: "Wir kämpfen und spielen so lange, wie es rechnerisch möglich ist, den Klassenerhalt zu schaffen." Es sei schließlich eine Ehre, in dieser Liga auflaufen zu dürfen.

(RP/rl)