Bergischer HC : Wiedersehen mit Ex-Löwen

Zwei Spiele innerhalb von zwei Tagen hat der Bergische HC in der Handball-Bundesliga zu bestreiten. Vor dem Heimspiel gegen den HSV Hamburg gilt die volle Konzentration der morgigen Partie bei der HSG Wetzlar.

Lars Friedrich wäre gerne länger in Solingen geblieben. Als Jungspund aus Cuxhaven im Jahr 2005 ins Bergische Land zur SG Solingen gekommen, war der Linkshänder einer der Auserwählten für den Premieren-Kader des Bergischen HC. Wie alle Teamkollegen schwärmt der 26-Jährige auch heute noch von dem Mannschaftsklima der zusammengewürfelten Truppe.

Aus sportlicher Sicht aber war die erste Saison nach dem Zusammenschluss des LTV Wuppertal und der SG Solingen für Lars Friedrich eine unbefriedigende. Seine Handball-Karriere war ins Stocken geraten, weil er auf der dreifach besetzten Position im rechten Rückraum kaum zum Zug gekommen war. Lars Friedrich war hinter Kim Neuenhofen oder Thomas Zeller meist nur die dritte Wahl.

Heute reiht sich Lars Friedrich in die Liste der Ex-Löwen ein, die Ha De Schmitz durchaus wieder verpflichten würde oder schon zurückgeholt hat. Über Achim/Baden, Nettelstedt-Lübbecke und Hannover-Burgdorf hat das 1,94 Meter große Kraftpaket seinen Weg gemacht. "Er hat voriges Jahr viele gute Spiele abgeliefert", sagt der BHC-Coach über den erfolgreichsten Torschützen der HSG Wetzlar der Vorsaison (136/66). "Friedrich ist ein richtig starker Faktor — spielerisch, vom Wurf her und auch in der Deckung." Mit Daniel Valo, dem Spannmann im rechten Rückraum, ergänze sich Lars Friedrich optimal.

Auch vor dem Rest der Mannschaft seines Trainerkollegen Gennadij Chalepo hat Ha De Schmitz Respekt. "Hier ist in den vergangenen Jahren etwas Solides gewachsen." Mit begrenzten Mitteln habe man nach dem Zusammenschluss der Traditionsvereine TSV Dutenhofen und TV Münchholzhausen etwas aufgebaut, an dem man sich im Bergischen orientieren könne.

Mit einer guten Mischung aus jungen und erfahrenen Akteuren — zu ihnen zählt der langjährige Solinger Publikumsliebling Alois Mraz — hat sich die HSG Wetzlar ohne große Stars zu einer festen Erstliga-Größe entwickelt, die jedes Jahr sicher dem Klassenerhalt entgegen steuert. "Das machen sie mit Routine und Kampfkraft."

Bei allem Respekt traut Ha De Schmitz dem Aufsteiger zu, in der 4400 fassenden Rittal-Arena überraschen zu können. Der wichtigste Faktor ist die Präsenz von der ersten Minute an. "Irgendwann platzt der Knoten, so dass wir nicht ständig einem Rückstand hinterher laufen müssen." Zudem hofft der Chefcoach darauf, am Sonntag wieder auf Richard Wöss zurückgreifen zu können. "Mit ihm haben wir mehr taktische Möglichkeiten." Ob der Rechtsaußen tatsächlich auflaufen kann, wird sich kurzfristig entscheiden. Der Österreicher trainiert nach seiner im Heimspiel gegen Hannover zugezogenen Verletzung wieder mit, die Folgen der Bänderdehnung im Sprunggelenk bereiten ihm aber immer noch Schmerzen.

Am Dienstag gegen Hamburg

Bei der Vorbereitung konzentriert sich Ha De Schmitz ganz auf die Auswärtspartie gegen Wetzlar. "Alles andere macht auch keinen Sinn." Nur zwei Tage später müssen die Bergischen im Fernsehspiel gegen den HSV Hamburg bereits das nächste Mal antreten. "Diese Planung ist unglaublich." Nur mit viel Humor und Fatalismus könne man die Ansetzung ertragen. "Es wird uns nichts anderes übrigbleiben, Wetzlar nach dem Abpfiff schnell abzuhaken und uns gegen Hamburg so gut es geht zu verkaufen."

(trd)