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Bergischer HC: Wertloses Lob von allen Seiten

Bergischer HC : Wertloses Lob von allen Seiten

Es gibt eine Minimalrechnung, die in der Handball-Bundesliga zum Klassenerhalt führen kann. Den beiden Mitaufsteiger Hildesheim und Hüttenberg jeweils vier Punkte abknöpfen und irgendwie noch einen weiteren der etablierten Clubs hinter sich lassen. Dass dies nicht unmöglich ist, hat der Bergische HC bei seinem bislang einzigen Saisonsieg gegen die TSV Hannover-Burgdorf gezeigt sowie bei der HSG Wetzlar (28:33) und gegen den HSV Hamburg (25:29).

Im sechsten Spiel nach dem Aufstieg in die stärkste Liga der Welt hat sich die Mannschaft von Trainer Ha De Schmitz langsam an die Gangart gewöhnt. Die Leistungskurve zeigt kontinuierlich nach oben. "Wir sind fest davon überzeugt, dass wir die Klasse halten", sagt Ha De Schmitz. "Man hat gesehen, dass wir mithalten können. Wir werden weiter arbeiten, und dann wird in aller nächster Zeit auch wieder etwas Zählbares dabei herausspringen."

Selbst gegen das Star-Ensemble um die Gille-Brüder, Pascal Hens und Johannes Bitter war der BHC wettbewerbsfähig, auch wenn dieser zum frühen Zeitpunkt der Saison nicht eingespielt und aufgrund von Verletzungen anfällig war. "Wenn wir nicht absteigen wollen, müssen wir auch mal außer der Reihe gegen Mannschaften von oben Punkte holen, die keiner erwartet", rechnet Christian Hoße vor. "Die Gelegenheit bietet sich nur selten, dann muss man sie auch nutzen." Gegen Hamburg sei so eine Gelegenheit gewesen. "Dann ist es auch egal, dass es sich um den Deutschen Meister handelt." Bei allem Schulter klopfen für eine "super Leistung" oder ein "geiles Spiel" war Christian Hoße und dessen Mitspielern anzusehen, dass sie gerne mehr eingestrichen hätten als nur Lob von allen Seiten.

Chancen hatte es reichlich gegeben, den emotionslos ihr Pensum herunterspulenden Hamburgern die Quittung zu verpassen. Zwei Siebenmeter fanden nicht das Ziel, ohne dass Nationalkeeper Johannes Bitter seine Finger im Spiel hatte. Mit einigen weiteren freien Würfen hätten sich Christian Hoße, Richard Wöss oder Kristian Nippes zu Helden des Spiels machen können, wenn sie sie alle genutzt hätten. Die Kaltschnäuzigkeit gehört zum Lernprozess des Aufsteigers. Gleiches gilt für die Technischen Fehler, die dem BHC im Schlussspurt unterlaufen sind. Ein Schrittfehler des bis dahin glänzenden und nun etwas überdrehten Henrik Knudsen beim Stand von 25:27 oder ein Dribbling von Kristian Nippes nach der Freigabe des Freiwurfs sind ärgerlich — ungeachtet dessen, dass die Aktionen mit etwas Fingerspitzengefühl nicht zwingend hätten geahndet werden müssen.

Weil in der neuen Umgebung alles seine Zeit brauche, steht für Ha De Schmitz fest, dass es bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg gehen werde. "Das muss die Mannschaft begreifen. Denn es kann sein, dass wir noch eine längere Durststrecke mitmachen müssen."

(RP)