1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen
  4. Sport
  5. Bergischer HC

Bergischer HC: Wechselstreit um Hermann beigelegt

Bergischer HC : Wechselstreit um Hermann beigelegt

Die Personalie Maximilian Hermann hat in den vergangenen Wochen die Verantwortlichen des Bergischen HC intensiv beschäftigt. Seit Dienstagmittag steht fest: der Erstligist muss für den Österreicher keine Ablösesumme zahlen.

Der Bergische HC wird mit zwei Spielern auf der rechten Rückraumposition in die Erstliga-Saison gehen. Eigentlich sollte Maximilian Hermann die Position zusammen mit Kristian Nippes besetzen. Doch der Österreicher leidet noch immer an den Folgen einer Schulterverletzung. Deshalb werden die Löwen handeln und kurzfristig Ersatz verpflichten. "Wie das genau aussieht, steht noch nicht fest. Von einem Engagement über vier oder sechs Monate bis hin zu einem Jahr ist alles möglich", sagt Trainer Sebastian Hinze.

Der erste Ersatzkandidat war am Dienstag schon beim Training. Costa Savic von Pays d'Aix Université in Frankreich nimmt an insgesamt vier Einheiten teil, bevor sich der Coach entscheiden möchte. "Es ist schon phänomenal, was uns noch angeboten wird", gibt sich Hinze gelassen, sollte er sich nicht für den bosnischen Nationalspieler entscheiden. Wichtig ist dem Verein in diesem Zusammenhang aber eine andere Botschaft: "Wir werden an Maximilian Hermann festhalten".

Geschäftsführer Jörg Föste hat in den vergangenen Wochen große Sorgen um den österreichischen Nationalspieler gehabt. Probleme, für die Hermann nicht selbst verantwortlich ist. Zum einen ist es zu massivem Ärger um den Transfer des Österreichers vom HIT medalp Tirol zum BHC gekommen. Zudem gab es Unstimmigkeiten um die Reha-Maßnahmen nach seiner Schulter-Operation. Der Transfer ist Dienstagmittag endgültig über die Bühne gegangen. Im Raum stand eine Ablöseforderung von 40000 Euro seitens Tirol — obwohl der Vertrag mit dem Club seit dem 27. Juni offiziell aufgelöst ist. "Wegen ausstehender Gehaltsforderungen", wie Jörg Föste erklärt. "Außerdem sind alle Spieler schon Monate zuvor freigestellt worden, weil der Verein nicht erwartet hatte, den Spielbetrieb weiterführen zu können."

  • BHC-Trainer Sebastian Hinze muss bei der
    Handball-Bundesliga : Bergischer HC beendet Quarantäne
  • Im Kreishaus in Bergisch Gladbach brodelt
    Rheinisch-Bergischer Kreis : Corona-Krisenstab in der Krise
  • Maximilian Funk (links) fühlt sich beim
    Maximilian Funk will seinen Beitrag leisten : SV Straelen hat noch eine Rechnung offen

Trotzdem beharrte der österreichische Verein auf seiner Forderung. Am Dienstag entschied das Schiedsgericht des europäischen Handball-Verbandes (EHF) aber zu Gunsten des Bergischen HC. Der Verein ist lediglich verpflichtet, eine Ausbildungsvergütung in Höhe von 5760 Euro an die Tiroler zu zahlen — sowie weitere 3300 Euro an den österreichischen Handballbund. "Aber die geben wir aus", betont Föste. Damit bleibt also ab sofort nur noch die Sorge um Hermanns Schulter-Verletzung. "Eigentlich schien alles optimal zu laufen", sagt der BHC-Geschäftsführer. "Sechs Wochen nach seiner Operation sollte er mit den Reha-Maßnahmen beginnen. Es sah zunächst unkompliziert aus."

Erst als der 21-Jährige im ersten Training über Schmerzen klagte, spitzte sich die Lage zu. Es tauchte ein zweiter Befund des Sanatorium Kettenbrücke (Innsbruck) auf, nach dem Hermann erst drei Monate nach der OP mit der Reha beginnen sollte. "Wir mussten reagieren und werden die Reha nun bei uns durchführen lassen", sagt Jörg Föste. Mannschaftsarzt Dr. Diederich von der Heyde und Physiotherapeut Carsten Walonka haben bereits ähnliche Verletzungen von Christian Hoße sowie Kristian Nippes auskuriert und genießen nun das volle Vertrauen des Österreichers.

"Es liegt mir am Herzen, klarzustellen, dass wir solche Dinge sorgfältig behandeln", meint Föste. Bis mindestens Mitte Oktober werden die Löwen aber noch auf den Neuzugang verzichten müssen — wenn die Heilung optimal verläuft.

(trd)