Bergischer HC : Wachsender Frust

Mit einfachem Handball hat sich die MT Melsungen gegen den Bergischen HC durchgesetzt. Einem frühen Vier-Tore-Rückstand rannte der Aufsteiger bei der 29:33-Niederlage erfolglos hinterher. Das letzte Fünkchen Hoffnung schwand nach fragwürdigen Schiedsrichter-Entscheidungen in Serie.

Es hat sich bei Henrik Knudsen einiges an Frust aufgestaut. Da war das ständige Bemühen, einen Vier- bis Sechs-Tore-Rückstand aufzuholen, das zum hoffnungslosen Scheitern verurteilt war. Die Abwehr der MT Melsungen machte es dem Bergischen HC nach dem Seitenwechsel deutlich schwerer als noch in Durchgang eins, zum freien Wurf zu kommen. Knudsen, als siebenfacher Torschütze der Aktivposten beim Aufsteiger, versuchte viel, hatte oft genug Grund, sich zu ärgern. Bei gut gedachten, aber misslungenen Anspielen auf Hendrik Pekeler an den Kreis. Oder bei einem wiederholten Pfostentreffer. Während die Hessen auf der Gegenseite erfolgreichen Handball der einfachen Art praktizierten, wuchs der Rückstand in der 43. Minute erstmals auf sieben Tore an.

Ans Aufgeben dachte bei den Bergischen keiner. An der Seitenlinie gingen Ha De Schmitz und sein Co-Trainer Chrischa Hannawald mit gutem Beispiel voran — in der Hoffnung, dass die motivierenden Impulse ankommen würden. Auf dem Feld der ungemütlichen Rothenbach-Halle in Kassel war neben Knudsen vor allem Kristian Nippes die treibende Kraft. Mit einem Sololauf zum 21:27 leitete der Linkshänder die Phase in der zweiten Halbzeit ein, in der die Gastgeber kurzzeitig in Abwehr wie Offensive schwächelten.

Das, was die Bergischen jetzt anpackten, bekam mit viel Bewegung Hand und Fuß. Kristian Nippes tankte sich abermals durch und konnte nur durch einen Griff in den Wurfarm am Torwurf gehindert werden. Der Pfiff erfolgte, die erwartete Siebenmeter-Entscheidung nicht. Mit bösem Blick musterte der Gefoulte Sascha Wild und macht mit einem Fingerzeig in Richtung des Schiedsrichters deutlich, dass er sich ungerecht behandelt fühlte. Der Frust wuchs nach Jens Reinarz' 22:27, als die Pfeifen beider Schiedsrichter im folgenden Angriff bei einem klaren Foul an Hendrik Pekeler stumm blieben.

Mit jeder weiteren Entscheidung pro Melsungen wurde der Unmut aufseiten der Gäste größer. Allzu menschlich war daher Henrik Knudsens abwinkende Handbewegung, die Fabian Baumgart als Meckern bestrafte. Mit der Zwei-Minuten-Strafe — nach dem dritten BHC-Treffer in Serie durch Runar Karason zum 23:27 — war das letzte Fünkchen Hoffnung auf die Wende genommen.

Vor den Augen von Bundestrainer Martin Heuberger waren die Bergischen bereits in den ersten zehn Minuten auf die Verliererstraße geraten. Vier Fehler bedeuteten die vier Treffer Unterschied, die "Hellas Melsungen" über die gesamte Spielzeit sicher transportierte. Gemeinsam steuerte das griechische Trio Savas Karipidis, Grigorios Sanikis und Alexandros Vasilakis 19 Tore zum 33:29 (19:15) bei. Letzterer allein war neunmal erfolgreich und im Rückraum nie in den Griff zu bekommen. Derart simple Treffer beim Bergischen HC hatte nur Geburtstagskind Kenneth Klev in der Anfangsphase erzielt, als die Abwehr des Tabellenvierten noch nicht zum Arbeiten bereit gewesen war.

(RP)