Bergischer HC : Um zwei Alternativen ärmer

Nach zehntägiger Meisterschaftspause greift der Bergische HC wieder ins Geschehen ein. Auf den Aufsteiger wartet morgen in Kassel die unangenehme Aufgabe bei der MT Melsungen, der einstigen Grauen Maus der Liga.

Die Liga spielt in jüngster Zeit verrückt. Eintracht Hildesheim überraschte mit seinem Heimsieg gegen Frisch Auf Göppingen. Der Europacup-Sieger ist in der neuen Saison noch gar nicht in Tritt gekommen und dümpelt in der unteren Tabellenhälfte herum. Der HSV Hamburg als Deutscher Meister wiederum entging beim Bergischen HC nur knapp einer Blamage (25:29).

Und da wäre noch die MT Melsungen. Die Graue Maus der vergangenen Jahre hat sich mit 9:3 Punkten aus den ersten sechs Begegnungen in die Spitzengruppe der Toyota Handball-Bundesliga gemischt. "Vom Spielermaterial war das eigentlich immer eine gute Mannschaft", urteilt Ha De Schmitz über den morgigen Kontrahenten des Bergischen HC.

Seitdem Michael Roth bei den Nordhessen das Traineramt übernommen hat, scheint nicht nur eine Ansammlung von Einzelkämpfern auf dem Feld zu stehen, die meist nur erfolgreich war, wenn vom Gegner wenig Gegenwehr kam.

"Michael Roth hat eine Mannschaft geformt", lobt Schmitz die Arbeit seines Kollegen. Und dessen entscheidenden Coup auf dem Transfermarkt. Patrik Fahlgren, aus Flensburg gekommen, ist als Mittelmann der Kopf der neuen MT Melsungen.

Weil in dieser Liga einiges möglich scheint, setzten die Bergischen alles daran, ihren Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fortzusetzen. "Verstecken müssen wir uns jedenfalls nicht", erklärt der Löwen-Coach. Ha De Schmitz hat die zehntägige Meisterschaftspause seit der Heimpartie gegen Hamburg genutzt, um seine Mannschaft in harten Trainingseinheiten intensiv zu fordern. Aber auch, um ihnen zwei Tage Zeit zum Abschalten und Durchatmen zu geben.

Böhm und Quade fallen aus

Einige kleine taktische Veränderungen sind dem Trainer in dieser Zeit in den Kopf gekommen. Henning Quade hatte sich nach einem kleinen Leistungstief wieder herangekämpft und war gegen Melsungen eigentlich im Mittelblock vorgesehen. Der Kreisläufer allerdings verletzte sich bei einer Sprintübung an der Leiste und wird demnach nicht zur Verfügung stehen. Noch schwerer wiegt der Ausfall von Fabian Böhm. Beim Wurftraining war der 22-Jährige umgeknickt.

Mindestens vier Wochen wird der Rückraumspieler mit einer Verletzung im Sprunggelenk pausieren müssen. "Sein Ausfall tut uns schon sehr weh", sagt Schmitz, der aber wieder mit Jiri Vitek planen kann. Der Tscheche, zuletzt aufgrund seines noch nicht ganz auskurierten Muskelfaserriss geschont, sei am Samstag eine wichtige Alternative für Melsungen.

(RP/rl)