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Bergischer Hc: Torflaute kostet den verdienten Auswärtssieg

Bergischer Hc : Torflaute kostet den verdienten Auswärtssieg

Der Bergische HC hat beim HSV Handball mit 20:21 die bisher bitterste Niederlage der laufenden Bundesliga-Saison kassiert.

Die Zeit in der Hamburger o2-World ist abgelaufen, und noch wäre der Bergische HC mit einem blauen Auge davongekommen. Auf dem Videowürfel lautet das Ergebnis 20:20. Doch noch ist es nicht amtlich. Beim letzten Wurf ist Pascal Hens niedergerissen worden. Ein Siebenmeter ist die klare und richtige Entscheidung. Dem BHC droht damit beim HSV Handball der sportliche Gau.

Denn es hatte so lange nach dem ersten Auswärtssieg der Saison für die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze ausgesehen. Die Löwen präsentierten sich diszipliniert und schafften es gleichzeitig, das Feuer in der Deckung zu entfachen, das sie in den Heimspielen immer so stark gemacht hatte. Die Hamburger fanden über weite Strecken kein Mittel gegen die erneut offensiv ausgerichtete Abwehr. Oft musste die Mannschaft wenig kreativ abschließen, und Torhüter Björgvin Gustavsson konnte sich auszeichnen. Zudem parierte der Schlussmann einige freie Würfe. Der Erfolg lag in der Luft.

14:10, 18:14, 19:15 - die Gäste verwalteten den Vorsprung, ohne dabei aber die Entscheidung zu erzwingen. Auch der BHC lief sich im Angriff oft fest und musste schließlich einen wenig aussichtsreichen Versuch nehmen. Alexander Oelze übernahm diese Verantwortung oft, und scheiterte mit einer Ausnahme immer. Doch auch Fabian Gutbrod, Milos Dragas, Kristian Nippes und Max Hermann blieben bei ihren Abschlüssen oft glücklos. Wie wichtig die Tore gewesen wären, wusste die Mannschaft in der Schlussphase.

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In den letzten zehn Minuten gelang nur Kristian Nippes ein Tor für die Löwen. HSV-Keeper Johannes Bitter lief im Gehäuse heiß und hatte bei seinen Paraden hier und da auch das Glück auf seiner Seite. Doch die gerade im Angriff weiterhin mäßig spielenden Hausherren kamen Schritt für Schritt heran. Nach dem 19:20 überschlugen sich die Ereignisse. Die Fans in der o2-World protestieren lautstark beim Abschluss von Alexander Oelze gegen Hans Lindberg. Sie wollten ein Stürmerfoul gesehen haben. Doch die Schiedsrichter gaben Siebenmeter. Arnor Gunnarsson nahm sich der schweren Aufgabe an - doch Bitter hielt, und die 5 110 Zuschauer waren nun so laut, wie während der vorangegangen 59 Minuten nicht. Im Gegenzug bekamen die Gastgeber ebenfalls Strafwurf. Lindberg blieb cool und traf zum 20:20.

Noch war freilich nichts verloren für die Bergischen. Im letzten Angriff standen die Löwen aber erneut kurz vor dem Zeitspiel. Kristian Nippes, im Versuch zuvor noch hart auf dem Boden aufgeschlagen, tankte sich trotzdem durch und bekam den Strafwurf. Diesmal war es Alexander Oelze, der die Verantwortung übernahm. Sein Mut wurde nicht belohnt. Bitter hielt auch diesen Ball. 23 Sekunden standen auf der Uhr, als der HSV zum Angriff ansetzte und die Gäste zum ersten Mal in dieser Partie nicht mehr für den Sieg in Frage kamen.

Zurück zum drohenden Gau: Nach dem Foul an Hens schreitet Hans Lindberg an die Siebenmeter-Linie, um die letzte Aktion der Partie auszuführen. Entweder Björgvin Gustavsson hält den Wurf, oder der BHC steht mit leeren Händen da. Und tatsächlich: Der routinierte Däne verwandelt und lässt die heimischen Fans jubeln. Die Löwen hingegen versetzt er ins Tal der Tränen. "Die Chance auf den ersten Auswärtssieg war riesig. Am Ende tut es unfassbar weh. Es war auf jeden Fall die bitterste Saisonniederlage", meint Moritz Preuss. Der Kreisläufer absolvierte eine starke Partie mit vier Toren in fünf Versuchen, doch dafür kann er sich freilich nicht mehr begeistern. Zu tief sitzt der Stachel der letzten Spielminuten. "Irgendwie haben wir natürlich den Druck von Außen gespürt." Die Löwen wissen, wie sich knappe Erfolge anfühlen. Fast alle Heimspiele wurden in den letzten Minuten entschieden - zumeist mit einem positiven Ende. "Diesmal sind wir auf der anderen Seite", hadert Trainer Sebastian Hinze. "Ganz hart gesprochen, gab es zum Schluss ein Siebenmeter-Duell, das wir 0:2 verloren haben. Das war schon bitter." Haben Gunnarsson und Oelze am Ende beim Strafwurf geflattert, oder war es Pech ? Vermutlich beides.

Fest steht, dass die Bergischen die Begegnung früher hätten entscheiden müssen, um die dramatische Schlussphase gar nicht erst möglich zu machen. Nur zwei in den Schlussminuten erfolgreich verwertete Angriffe mehr hätten die Hanseaten endgültig geknackt. Aber Johannes Bitter hatte etwas dagegen. Ohne den Torhüter wäre der HSV ganz sicher als Verlierer vom Feld gegangen. "Trotzdem müssen wir das Positive aus der Leistung herausziehen. Denn so stark haben wir uns auswärts schon lange nicht mehr präsentiert", stellt Sebastian Hinze klar.

(trd)