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Analyse: Szilágyi gewinnt das Spielmacher-Duell gegen Balic

Analyse : Szilágyi gewinnt das Spielmacher-Duell gegen Balic

Verlängerung Der 25:24-Zittersieg gegen die HSG Wetzlar hat gezeigt, dass Handball-Erstligist Bergischer HC einen Reifeprozess vollzogen hat.

Ein ähnlich umkämpftes und intensives Handballspiel hatten sich die HSG Wetzlar und der Bergische HC erst vor wenigen Wochen im Rahmen der Vorbereitung geliefert. Im Finale des "Linden-Cups" hatte der Aufsteiger noch mit 26:28 verloren, weil er mit einer simplen taktischen Maßnahme aus dem Rhythmus gebracht worden war. In der Meisterschaft hat es Kai Wandschneider nicht noch einmal versucht, Viktor Szilágyi mit einer Sonderbewachung aus dem Spiel nehmen zu lassen. Beim Video-Studium hat der Coach des mittelhessischen Erstligisten erkannt, dass die Bergischen einen Lernprozess hinter sich haben. "Auch der HSV Hamburg hat es versucht. Nach nur zwei Angriffen hat es Martin Schwalb aufgegeben."

Kai Wandschneider hat sich deshalb für eine 5:1-Deckung entschieden, die den Bergischen während der Vorbereitung ebenfalls nichts besonders gelegen hatte. In Wetzlar ließ das Überraschungsteam der Liga erkennen, dass es einen Reifeprozess vollzogen hat. Es dauerte zwar vier Angriffe, bis die veränderten Abläufe im Spielaufbau gegriffen haben, dann aber waren die Lücken da für gute Aktionen von Kristian Nippes aus dem Rückraum oder Max Weiß am Kreis.

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Der 25:24-Erfolg war glücklich, weil er erst in der Schlusssekunde mit Viktor Szilágyis Kullerball besiegelte wurde. Er war allerdings auch verdient, weil der Bergische HC mehrfach mit zwei oder drei Treffern in Führung, aber nie in Rückstand gelegen hatte. "Der Auftritt von Nettelstedt war für uns eine Warnung", sagte Sebastian Hinze. Der TuS N-Lübbecke war in der RITTAL-Arena vorgeführt worden (21:31), weil sich die Heimmannschaft mit der Unterstützung der Zuschauer in einen Rausch gespielt hatte. "Wir wollten das Feuer der Euphorie löschen, indem wir den Kampf annehmen und ein geduldiges Angriffsspiel aufziehen." So hat der Tabellenvierte dafür gesorgt, dass der Akku der stark ersatzgeschwächten Wetzlarer am Ende kaum noch Reserven hatte.

Ohne Kevin Schmidt, Daniel Valo, Tobias Reichmann, Florian Laudt und Adnan Harmandic sowie den norwegischen Nationalkeeper Magnus Dahl war Kai Wandschneider zur Improvisation gezwungen. Selbst ein Weltklasse-Handballer wie Ivano Balic kann da keine Wunderdinge bewirken. Das Spielmacher-Duell ging einen Tag vor seinem 35. Geburtstag somit klar an Viktor Szilágyi. Und auch der erst unter der Woche verpflichtete José Hombrados, immerhin 262-facher spanischer Nationalspieler, stand wie sein Teamkollege Andreas Wolff klar im Schatten von BHC-Keeper Björgvin Gustavsson.

Vor zwei Jahren ist der Bergische HC mit 17 Pluspunkten abgestiegen – mit sechs Zählern Rückstand zum rettenden Ufer. In der Vorsaison haben dem VfL Gummersbach auf Tabellenplatz 15 gerade einmal 16 Punkte zum Klassenerhalt gereicht. Mit vier Siegen in Serie sind die Löwen demnach auf einem sehr guten Weg. Garniert wird die Bilanz mit Rang vier hinter dem THW Kiel, den Rhein-Neckar-Löwen und den Füchsen Berlin, der am Ende der Saison die Teilnahme an der Qualifikation zur Champions League bedeuten würde. "Das ist ein Pfund, das wir jetzt schon haben." Das weiß Sebastian Hinze im Kampf um den Klassenerhalt zu schätzen. Eine Aussagekraft hat die Tabelle seiner Meinung nach jedoch erst ab dem zehnten Spieltag.

(RP)