Bergischer HC : Spannendes Jahr für Hinze

Am Freitag sind Sie offiziell zum Cheftrainer des Bergischen HC befördert worden. Wann hat sich das abgezeichnet ?

Am Freitag sind Sie offiziell zum Cheftrainer des Bergischen HC befördert worden. Wann hat sich das abgezeichnet ?

Hinze Wir haben von Anfang an in Kontakt gestanden. Nachdem ich von meinem viertägigen Prüfungslehrgang zur A-Trainerlizenz zurückgekehrt war, haben Stefan Adam und ich uns montags zusammengesetzt – und dann war es so, wie es schon kommuniziert wurde: Aus verschiedenen Gründen war man im Verein nach diversen Gesprächen von den anderen Kandidaten nicht so überzeugt. Also haben wir uns noch mal unterhalten, ob für mich der Job vielleicht nicht doch in Frage kommen würde.

Wenn ich ein paar Wochen zurückblicke und damit auf Ihre Zeit als Interimstrainer nach der Beurlaubung von Ha De Schmitz, war genau das ausgeschlossen worden . . .

Hinze Es hab zwei Gründe, warum es ausgeschlossen war. Zum einen war ja schon ein Nachfolger gefunden. Zum anderen bestand die Hoffnung, dass es jemand von extern wird, der mit mir in meiner Funktion als Jugend- und Leistungssport-Koordinator gut zusammenarbeitet.

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Haben Sie nach dieser Entwicklung das Gefühl, der Lückenfüller zu sein ?

Hinze Nein, gar nicht. Ich wusste von Anfang an, dass ich vielleicht nicht der Wunschkandidat, aber nach der Absage von Emir Kurtagic zumindest einer der Wunschkandidaten gewesen bin. Ich bin selber von der Lösung überzeugt, sonst hätte ich es nicht gemacht.

Sie haben bei Ihrem ersten Trainerjob im Profigeschäft gleich eine große Aufgabe vor sich. Wie gehen Sie mit dem ausgegebenen Ziel "Direkter Wiederaufstieg" um ?

Hinze Erst einmal habe ich mir gut überlegt, ob ich das machen will oder nicht. Und da ich das jetzt mache, nehme ich das natürlich so an. Wir werden uns als Mannschaft Ziele setzen, und wir werden versuchen, sie gemeinsam umzusetzen. Allerdings ist es für all das noch zu früh, weil ich noch kein Mal mit dem Team trainiert habe und wir damit erst am 11. Juli starten.

Wie sind Ihre taktischen Vorstellungen ?

Hinze Ich habe mir natürlich schon meine Gedanken gemacht, werde aber noch die Trainingseindrücke der ersten Wochen mit einbeziehen. Meinen Planungen sehen auf jeden Fall vor, ein zweites Abwehrsystem dazu zu nehmen. Das wird nicht extrem offensiv aussehen, sondern wohl auf eine 5:1-Deckung hinauslaufen. An der 6:0-Variante kommt man ohnehin nicht vorbei – mit den Spielertypen, die wir jetzt schon haben und die noch hinzukommen werden.

Wie schätzen Sie die Zweite Liga ein ? Haben Sie sich schon ein Bild von der Konkurrenz gemacht ?

Hinze Ich bin dabei. Ich schaue viele Videos parallel – um noch Spieler zu sichten, aber vor allem, um die Liga besser kennenzulernen. Es erwartet uns eine sehr ausgeglichene Liga mit heimstarken und selbstbewussten Mannschaften. Und von oben sind drei Teams mit Qualität hinzugekommen.

Das verspricht, ein spannendes Jahr zu werden. Für Sie ja in doppelter Hinsicht. Beruflich haben Sie nicht nur einen Riesenschritt gemacht, Mitte August ist Ihre Hochzeit terminiert.

Hinze Glücklicherweise lag da in der Vorbereitung kein anderer Termin. (lacht) Und eine Hochzeitsreise war ohnehin nicht für den Sommer geplant.

Nach Ihrer Beförderung zum Cheftrainer wird nun eine andere Stelle frei. Müssen Sie selbst einen Nachfolger für sich als Jugendkoordinator suchen ?

Hinze Neben der ganzen Planung der Vorbereitung ist jetzt meine Hauptaufgabe, in den nächsten zwei, drei Wochen jemanden zu finden, der meine Arbeit weiterführt. Ich bin da sehr optimistisch, dass wir das zügig hinbekommen.

Zudem sind noch zwei Positionen im Zweitliga-Kader zu besetzen. Wie ist da der Stand der Dinge ?

Hinze Wie schon bei der Pressekonferenz gesagt, sind wir am Kreis sehr weit. Wir haben uns entschieden und hoffen nun, dass es auch klappt. Halblinks gibt es eine kleine Auswahl. Da muss ich mich halt entscheiden, wer am besten in meine Philosophie passt.

Sie haben in Wuppertal und Solingen unter vielen Trainern gespielt. Von wem haben Sie am meisten mitgenommen ?

Hinze Man nimmt von jedem etwas mit. Das gilt auch für die Trainer aus der Jugendzeit. Mit diesen Erfahrungen findet man seinen eigenen Weg. Und außerdem hört das Lernen nie auf.

Guido Radtke führte das Gespräch

(RP)