Solingen: Bergischer HC wird sich neue Ziele stecken

Ausblick Sportjahr 2019: Bergischer HC wird sich neue Ziele stecken

Mit 21:17-Zählern überwintert der Bergische HC auf dem achten Platz in der Handball-Bundesliga.

In der vorigen Saison genügten den Eulen Ludwigshafen 15 Punkte, um die sogenannte stärkste Liga der Welt zu halten. Dass sich dieser Wert massiv ändern wird, ist nicht zu erwarten. Nach 19 Spieltagen stand in der vergangenen Runde der TuS N-Lübbecke mit acht Punkten auf dem 16. und damit letzten rettenden Platz. In dieser Spielzeit ist es der VfL Gummersbach, der diesen Rang mit ebenso vielen Zählern belegt. Zu sicher dürfen sich die Löwen freilich nicht fühlen, schließlich passieren im Handball manchmal verrückte Dinge. Vor zwei Jahren stiegen die Bergischen zum Beispiel mit 22 Punkten ab – damals musste aber auch der 16. noch den Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

Voraussichtlich werden die 21 Punkte also bereits ausreichen. Vor allem aber steht nicht zu befürchten, dass die Löwen plötzlich keine Punkte mehr holen. Mit bemerkenswerter Konstanz hat das Team von Trainer Sebastian Hinze in dieser Saison – trotz Verletzungsproblemen – die Kontrahenten der unteren Tabellenhälfte besiegt. Dass dies so weitergeht, ist keine Selbstverständlichkeit, aber die Löwen-Fans dürfen sich bestimmt auf einige weitere Erfolge einstellen.

Sein Saisonziel, den Klassenerhalt, hat der BHC noch nicht korrigiert, doch unlängst sagte auch Kristian Nippes, dass man sich zusammensetzen werde, um über die eigenen Ansprüche zu sprechen. In dem Zusammenhang erwähnte der Mannschaftskapitän auch einen noch fehlenden Erfolg gegen eines der absoluten Spitzenteams.

Kleine, kurzfristige Ziele setzen sich die Löwen ohnehin. Veröffentlichen möchte Trainer Sebastian Hinze diese nicht. Dass das Wort „Klassenerhalt“ bei den eigenen gesetzten Anforderungen nicht mehr vorkommt, ist spekulativ, aber sehr wahrscheinlich.

Spannend wird es für die Löwen aber nicht nur sportlich. Denn bereits jetzt ist im kommenden Juni ein weiterer Ausflug in den Düsseldorfer ISS Dome geplant. Geschäftsführer Jörg Föste schwärmt von der Zusammenarbeit mit der Stadt Düsseldorf, betont aber auch, dass der BHC seine Wurzeln im Bergischen Land hat.

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Weitere Zusammenarbeiten mit der Landeshauptstadt sind zu erwarten – gerade angesichts der Tatsache, dass im Bergischen eine moderne Spielstätte fehlt und die Düsseldorfer keine nennenswerte Handball-Mannschaft mehr haben. Die Rhein Vikings jedenfalls werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus der Zweiten Liga absteigen.

Vor großen Herausforderungen stehen auch andere Bundesligisten der Klingenstadt. Die Schachgesellschaft belegt mit fünf Siegen und einer Niederlage den dritten Platz. Doch kann sie auch um den Titel mitspielen? Die OSG Baden-Baden hat sich an der Tabellenspitze noch keine Blöße gegeben, ist bisher aber auch noch nicht auf eines der sechs Spitzenteams getroffen. Halten die Solinger ihre Position, könnten die letzten beiden Spieltage am 6. und 7. April in der Cobra ein echter Showdown um den Titel werden. Zu Gast sind Abonnement-Meister Baden-Baden und die momentan zweitplatzierten Schachfreunde Deizisau.

Die Solingen Alligators starten Ende März in ihre 17. Saison in der Baseball-Bundesliga. Ob der Kader stark genug ist, um oben mitzumischen, ist noch lange nicht sicher. Spannender ist allerdings die Frage, wie dem Verein die Co-Ausrichtung der Europameisterschaft vom 6. bis 15. September gelingt.

„Es gibt einen großen Anforderungskatalog für die EM, den wir nur schwer erfüllen können“, berichtet Vorsitzender Peter Niemeyer. So soll zum Beispiel der Außenfeldzaun komplett wattiert werden, um das Verletzungsrisiko zu mindern. „Alternativ könnte kurzfristig ein Maschendraht angebracht werden.“ Der (finanzielle) Aufwand sei immens, der Nutzen dagegen eher überschaubar.

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