Bergischer HC: So flink können Füchse sein

Bergischer HC : So flink können Füchse sein

Nach dem 5:6 zeigten die Füchse Berlin dem Bergischen HC die Grenzen auf. Jeden Ballverlust verwandelte der Hauptstadt-Club in einen Tempogegenstoß. Dank einer Steigerung hielt sich die Niederlage mit 27:35 in Grenzen.

Gut zu machen hatten beide Seiten etwas. Der Bergische HC, weil er sich nach der Niederlage gegen das abgeschlagene Schlusslicht Eintracht Hildesheim zu rehabilitieren hatte. Und die Füchse Berlin, weil sie nach der jüngsten Auswärtspleite bei der SG Flensburg-Handewitt in Zugzwang geraten waren, ihren Startplatz in der Champions League nicht zu verspielen. Welcher von beiden Handball-Erstligisten gestern Abend sein Vorhaben zielstrebiger umsetzen wollte und konnte, war in der Max-Schmeling-Halle nicht zu verkennen.

Wie hatte es bereits am vergangenen Samstag gelautet ? Der Wille war da, nur die Umsetzung wollte dem Aufsteiger nicht gelingen. Runar Karason beispielsweise war in den ersten Minuten besonders motiviert, an alter Wirkungsstätte zu glänzen. Petr Stochl allerdings hatte etwas dagegen und fischte seinem ehemaligen Teamkollegen gleich zwei Bälle weg. Einen weiteren Patzer später holte HaDe Schmitz den Isländer für Jiri Vitek vom Feld (8.). Die jeweiligen Ballverluste hatten die Berliner in Person von Ivan Nincevic und Alexander Petersson eiskalt mit erfolgreichen Tempogegenstößen in eine frühe Drei-Tore-Führung verwandelt (5:2).

Die Gegenwehr von Kenneth Klev und Jiri Vitek mit jeweils wuchtigen Würfen in Folge aus dem Rückraum zum 4:5 (10.) waren ein kurzer Hoffnungsschimmer für die 17 mitgereisten BHC-Anhänger. Nach Klevs 5:6 zeigte die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson, wie flink Füchse unterwegs sein können. Acht Ballverluste, acht Tempogegenstöße, keine großartigen Bemühungen des Zurücklaufens bei den Löwen, acht Tore – so war bis zur 24. Minute der Rückstand der hoffnungslos unterlegenen Gäste auf zehn Treffer angewachsen (7:17). Die Mienen des verlorenen Glaubens hellten sich auch nicht auf, als Runar Karason, Max Weiß (2) und Kenneth Klev bis zur Pause das Ergebnis auf 11:19 korrigierten.

Der BHC war weit davon entfernt, den Hauptstadt-Club wie im Hinspiel (29:32) in Bedrängnis zu bringen – trotz einer Steigerung in der zweiten Halbzeit, mit der bis zum 27:35-Endstand zumindest das drohende Debakel verhindert wurde. Die Aktionen waren mutiger und konsequenter. Nur war oft genug Petr Stochl zur Stelle, der in Abwesenheit seines Bruders eine Vielzahl bester BHC-Chancen vereitelte. Für Jan Stochl, der mit massiven Rückenbeschwerden daheimgeblieben war, war Tobias Joest als zweiter Mann hinter dem erneut glänzend aufgelegten Mario Huhnstock im Kader. Der A-Jugendliche rückte zwischen die Pfosten für einen Siebenmeter, den er gegen Ivan Nincevic fast pariert hätte.

"Die erste Halbzeit war ein Spiegelbild unserer Probleme, die wir haben", erklärte Ha De Schmitz. "Wir haben wieder zu schnell den Kopf hängenlassen." Da könne der Coach reden, wie er wolle.

(RP)