Sky überträgt die Spiele des Bergischen HC

Bergischer HC : Kleiner Hexenkessel hat auch seinen Reiz

Seit dieser Spielzeit überträgt der Fernsehsender Sky die Handball-Bundesliga auch aus dem Bergischen.

Vier Heimspiele, vier Siege – besser hätte der Saisonstart für den Bergischen HC nicht laufen können. Wer sich die zum Teil eindrucksvollen Siege in der Klingenhalle gerne noch einmal anschauen möchte, kommt bei Sky auf seine Kosten. Der Fernsehsender überträgt in der zweiten Saison in Folge alle Partien der Handball-Bundesliga live und auf Abruf. Der Aufwand ist enorm.

Zwar musste der BHC in der Klingen- und Unihalle die Voraussetzungen für die TV-Crews verbessern, um vor allem die Anforderungen an die Kamerapositionen zu erfüllen, doch die Korrespondenz sei stets reibungslos verlaufen. „In beiden Hallen gibt es schon den einen oder anderen Kompromiss im Vergleich zu anderen Spielstätten in der Bundesliga“, erläutert BHC-Pressesprecher Thorsten Hesse, der sich um die Zusammenarbeit mit Sky kümmert. „Aber wir haben immer Lösungen gefunden, die für alle Beteiligten gepasst haben.“

Nach vier Heimspielen ist Hesse mit den Abläufen zufrieden. „Sämtliche Redakteure, Kommentatoren und Aufnahmeleiter sind voll des Lobes über den Kontakt und die Abwicklung im Bergischen Land“, freut sich Hesse, der an den Spieltagen stets fünf bis sechs Stunden vor Anwurf in der Halle ist, um gute Arbeitsbedingungen für die 10 bis 15-köpfigen Produktionsteams sicherzustellen.

Das hat auch Florian Schmidt-Sommerfeld gemerkt, der den Saisonauftakt gegen Ludwigshafen (27:23) in der Klingenhalle kommentiert hat. Der 28-Jährige musste auf seinem Podest zwar noch auf normalen Stühlen sitzen, so dass er das Spielfeld hinter seinen Monitoren schlecht sehen konnte, doch diese hat der BHC inzwischen durch höhenverstellbare Hocker ersetzt. Ansonsten lief schon beim ersten Heimspiel fast alles reibungslos – was auch am Kommentator lag.

Denn Schmidt-Sommerfeld war bestens vorbereitet. Nach inzwischen acht Partien fällt auf, dass nicht jeder Kommentator die Spielernamen der Löwen beherrscht. Bei „Schmiso“, wie der junge Kommentator genannt wird, war dies anders. „Gerade wenn ich bei einem Verein zum ersten Mal eingesetzt werde, stecke ich schon einen Arbeitstag in die Vorbereitung“, sagt Schmidt-Sommerfeld. „Im Handball funktioniert die Kommunikation mit den Vereinen meistens hervorragend. Letzte Informationen hole ich mir vom Pressesprecher, Trainer oder anderen Vereinsverantwortlichen.“

Für Feedback und Kritik ist der Kommentator offen. Auf seinem Twitterkanal (@schmiso) ist der Münchener sehr aktiv. „Manchmal helfen mir Hinweise dort, Dinge besser zu machen“, sagt der Kommentator, der seit 2017 zum Sky-Team für Fußball und Handball gehört. Allerdings könne auch er es nicht jedem recht machen. Beim VfL Gummersbach sei Kritik an der eigenen Mannschaft eher unerwünscht. „Solche Leute kann ich kaum abholen, weil ich dann der Gastmannschaft nicht gerecht werden würde.“

Auch wenn die Klingen- und Unihalle nicht zu den Spielstätten gehören, die sich Fernsehsender wünschen, loben die Sky-Kommentatoren stets die stimmungsvolle Atmosphäre. „Ein kleiner Hexenkessel hat eben auch seinen Reiz“, findet Schmidt-Sommerfeld, der vom BHC sportlich bislang begeistert ist. „Der Saisonstart mit 12:4-Punkten ist sensationell. Zu Hause hat der BHC schließlich Teams aus dem Mittelfeld richtig aus der Halle geschossen.“ Und der Kommentator schiebt scherzhaft hinterher: „Es wäre spannend zu wissen, was Trainer Sebastian Hinze jetzt als nächstes Etappenziel ausgibt. Der Klassenerhalt ist ja schon eingetütet.“ Wer Hinze kennt, weiß, dass sich am großen Ziel freilich nichts ändern wird – und ein paar Punkte fehlen schließlich auch ganz gewiss noch.

(Boll)
Mehr von RP ONLINE