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Bergischer Hc: Schuften zwischen Klischees von Clogs und Käse

Bergischer Hc : Schuften zwischen Klischees von Clogs und Käse

Die Bedingungen sind für den Handball-Bundesligisten nahezu ideal. Ein wenig Eingewöhnung muss aber auch in den Niederlanden sein.

Mehrere Jahre in Folge hatte der Bergische HC sein Trainingslager zur Vorbereitung auf eine Saison in der Handball-Bundesliga in der Steiermark verbracht. Trainer Sebastian Hinze fand nun, es sei an der Zeit, neue Reize zu setzen. Und das ist ihm gelungen. Wo es vor einem Jahr noch Berge mit üppigen Wäldern gab, über die er seine Mannen scheuchen konnte, kann der Blick in den Niederlanden nur so schweifen. Auf dem Weg zum Örtchen Volendam direkt am Ijsselmeer versperren nur gelegentlich ein paar vereinzelte Bäume, Windräder oder eine Windmühle die Sicht, über die Herden Schafe, Kühe und Pferde kann man problemlos hinwegschauen. Die Gracht neben der Schnellstraße dient auch als Wasserweg für Kanus oder kleine Motorboote, wenn letztere an den Brücken ankommen, werden diese hochgeklappt, Autos müssen warten. Das entschleunigt ungemein.

 Klischee Nummer eins für die Niederlande: Clogs.
Klischee Nummer eins für die Niederlande: Clogs. Foto: Georg Amend

Im Hafen von Volendam herrscht zwar reges Treiben, aber von Hektik kann nun wirklich keine Rede sein. Ein Reiher stolziert mitten über die Promenade, bei so viel Fisch in unmittelbarer Nähe ist der Pier erkennbar sein Revier. Das Wetter pendelt bei knapp 20 Grad zwischen schwül-warm und feucht, Regengüsse wechseln sich mit Sonnenstrahlen ab, die es durch die graue Wolkendecke schaffen. Fast ideale Bedingungen für Hallensportler.

 Klischee Nummer zwei: Käse, hier in einer "Cheese Factory".
Klischee Nummer zwei: Käse, hier in einer "Cheese Factory". Foto: Georg Amend
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Zwischen den Trainingseinheiten können die Handball-Profis hier in jedem Fall entspannen - Stichwort Entschleunigung. Aber der Aufenthalt in Volendam ist nun einmal kein Wellness-Urlaub, sondern ein Trainingslager. Deshalb nimmt der Sport hier einen breiten Raum ein. Der Tagesablauf sieht vor, dass sich das Team um 7 Uhr morgens trifft, um 7.30 Uhr geht es zu einem ersten Lauf am Deich entlang. Nach dem Frühstück ist um 10 Uhr Abfahrt zur "Sporthal Opperdam", wo um 12.30 Uhr das erste Training beginnt. Am Nachmittag findet ab 16.30 Uhr die zweite Einheit statt, danach Abendessen und Bettruhe.

 Der Pier ist sein Revier: Den Reiher lockt der viele Fisch an.
Der Pier ist sein Revier: Den Reiher lockt der viele Fisch an. Foto: Georg Amend

In der Sporthalle steht der Handball im Vordergrund, es geht um Spielformen, Passfolgen, Laufwege, Gefühl für den Ball und die Mitspieler. Die Grundlagen haben die Spieler zuvor gelegt, Athletiktrainer David Groeger ist gar nicht erst mitgereist, einen Plan hat er aber mitgegeben. "Wir haben die Athletik ins Training integriert", erklärt Hinze. "Wir haben hier auch zwei Krafteinheiten, aber der Schwerpunkt liegt die ganze Zeit auf der Halle. Vorher haben wir zwölf Tage im athletischen Kraftbereich gearbeitet, die Verschiebung muss jetzt extrem Richtung Handball sein."

 Blick auf die malerische Promenade am Hafen von Volendam mit den dort dümpelnden Schiffen.
Blick auf die malerische Promenade am Hafen von Volendam mit den dort dümpelnden Schiffen. Foto: Georg Amend

Das macht den Spielern bei allem Ernst, den der Beruf Profi-Handballer nun einmal mit sich bringt, aber offensichtlich viel Spaß. Die Bedingungen in der "Sporthal" sind ideal, drei Weitwinkel-Kameras zeichnen sogar alles auf, so dass Hinze sich jede Übungseinheit noch einmal ansehen kann. Einzig Eistonnen gab es in der Heimhalle des Erstligisten HV KRAS/Volendam, dem Testspielgegner am Freitag, nicht. Aber der BHC behalf sich: Nachdem Eiswürfel besorgt worden waren, wurden Mülltonnen zweckentfremdet. "Ein paar Sachen muss man immer vor Ort klären, das bleibt nicht aus", findet Hinze. "Das spielt sich aber ein. Es ist alles gut, und ich glaube, die Atmosphäre und der Blick aufs Wasser begeistern alle. Das Wetter ist auch gut, passend zu einem Trainingslager nicht zu heiß." Dass es in Volendam im Vergleich zur Steiermark sehr lebendig zugeht, stört den Trainer nicht: "Abends und morgens ist es komplett ruhig. Zur Mittagszeit werden zwar die Touristen angekarrt, aber wir haben uns schnell akklimatisiert. Außerdem ging es ja darum, etwas Neues kennenzulernen und die Begebenheiten anzunehmen. Das ist dann eine kleine Teambuilding-Maßnahme."

(ame)