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Bergischer Hc: Richard Wöss in der Verantwortung

Bergischer Hc : Richard Wöss in der Verantwortung

Auf einer Euphoriewelle reitend wird der Bergische HC sein Bundesliga-Heimspiel gegen die MT Melsungen bestreiten. Der Aufsteiger wird versuchen, die sensationellen Ergebnisse fortzusetzen und den fünften Sieg in Folge einzufahren.

Mit 8:2-Punkten steht der Bergische HC auf dem vierten Platz der Handball-Bundesliga. Kein Grund für Zufriedenheit bei Sebastian Hinze. "Natürlich haben wir phasenweise hervorragenden Handball gezeigt, trotzdem war nicht alles ideal", erläutert der Trainer. "In Wetzlar zum Beispiel haben wir 20 von 24 Toren durch den Innenblock kassiert, obwohl wir genau das verhindern wollten." An Ausruhen ist beim BHC demnach freilich nicht zu denken. Auch auf die MT Melsungen bereitet der Coach seine Truppe wieder akribisch vor.

"Wir sind auch gegen Melsungen nicht favorisiert", sagt Sebastian Hinze. "Aber wenn wir diszipliniert spielen, werden wir unsere Möglichkeiten haben." Disziplin und Kontrolle stehen für den Coach an oberster Stelle. "Weil die Melsunger sehr stark über Gegenstöße sind." Viele Ballverluste dürfen sich die Löwen deshalb nicht erlauben.

Dass im sechsten Bundesligaspiel der fünfte Sieg möglich ist, liegt nach den sensationellen Ergebnissen der vergangenen Wochen auf der Hand. Das Publikum in der bereits jetzt fast ausverkauften Klingenhalle wird seinen Teil dazu beitragen. Dazu wird es den BHC-Handballern freilich nicht an Selbstvertrauen mangeln. "Die Mannschaft und ich waren immer überzeugt, dass wir in jedem Spiel unsere Chancen haben werden", stellt Hinze klar. "Aber unser guter Lauf ist in den hektischen Phasen dennoch zu spüren. Das Vertrauen ins System geht nicht verloren."

  • Foto: Peter Meuter / Wuppertal, Uni
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Die Euphoriewelle könnte derzeit kaum höher sein. Nur einen kleinen Dämpfer musste die Mannschaft einstecken. Arnor Gunnarsson hat sich eine Kieferwinkelfraktur zugezogen und fällt über einen längeren Zeitraum aus. Damit rückt Richard Wöss in die Verantwortung auf Rechtsaußen. "Richard hat gezeigt, dass er Erstliga-Niveau hat", stellt der Coach klar. "Ihm gilt mein volles Vertrauen." Steht der Österreicher damit unter besonderem Druck? "Der Druck ist immer da", meint Richard Wöss. "Insofern ist die Situation nicht anders als sonst. Aber ich fühle mich bereit für die Aufgabe und versuche, das Beste daraus zu machen." Für den Linkshänder hat die Saison zuletzt eine positive Wendung genommen. In Kiel hatte er noch auf der Tribüne sitzen müssen. "Damit ist natürlich kein Spieler zufrieden. Zum Glück bin ich danach besser ins Spiel gekommen."

Wöss wird aber wohl nicht 60 Minuten durchspielen. Hinze hält sich andere taktische Varianten offen. So können Kristian Nippes oder Duje Miljak ebenfalls auf Rechtsaußen aushelfen. "Oder wir setzen hin und wieder zwei Kreisläufer ein." Das könnte die Chance für Benjamin Meschke sein, der zuletzt nicht auf der Spielerbank Platz nehmen durfte. Meschke ist der dritte Kreisläufer hinter Max Weiß und Stanko Sabljic und kam deshalb nicht zum Zuge. "Er ist nicht weit hinten dran, aber die anderen sind derzeit im Vorteil", sagt Hinze. Ob Meschke für den verletzten Gunnarsson gegen die Melsunger auf dem Spielberichtsbogen stehen wird, ist noch fraglich. Fabian Gutbrod befindet sich schließlich wieder im Training und kommt ebenfalls für einen Einsatz in Frage. "Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Vielleicht halte ich mir im Spiel die Option offen, wen ich zum Einsatz bringe." Bezüglich Meschke ist sich Sebastian Hinze aber sicher: "Er wird seine Chance noch bekommen – auf jeden Fall."

(trd)