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Bergischer HC: Punktekonto-Auffrischung dringend benötigt

Bergischer HC : Punktekonto-Auffrischung dringend benötigt

Die beiden bisherigen Pflichtspiele gegen die HSG Wetzlar sind bezeichnend für den Saisonverlauf beim Bergischen HC. Ein Sieg und eine deutliche Niederlage stehen zu Buche.

Aus den elf letzten Begegnungen hat der Bergische HC zwei Punkte geholt. Beim 33:27 gegen Mitaufsteiger TV Emsdetten hat der Handball-Erstligist zum letzten Mal erleben dürfen, wie es sich anfühlt, einen Sieg zu feiern. Das ist exakt drei Monate her. "Wir müssen begreifen, dass es keine Befreiung ist, ein Spiel zu gewinnen. Es ist schlichtweg etwas Schönes." Sebastian Hinze zieht in diesen Tagen alle Register der psychologischen Kunst, um seine Mannschaft nach dem Fehlstart in die zweite Saisonhälfte auf Kurs zu bringen. Bei nur noch vier Zählern Vorsprung auf die Abstiegsränge wächst der Druck, im Kampf um den Klassenerhalt weitere Punkte nachzulegen. "Es ist halt einfacher, da rein zu geraten, als da wieder rauszukommen."

Der Cheftrainer hat verzichtet, die 26:33-Niederlage gegen den ThSV Eisenach wie gewohnt mit dem gesamten Kader zu analysieren. Stattdessen hat Sebastian Hinze ausschließlich Einzelgespräche geführt, um die Fehler jedes Einzelnen zu beleuchten. Angesprochen wurden unter anderem die jeweiligen Aufgaben, damit das Kollektiv funktioniert, sowie vor allem die Körpersprache. "Jeder trägt dafür die Verantwortung." Zuletzt in Eisenach war zwar von Beginn an der Siegeswille zu erkennen, nach den ersten misslungenen Aktionen jedoch veränderten sich schnell die Signale. "Wir wollen zu viel auf einmal perfekt machen. Dabei ist das nicht notwendig, weil nur die Summe über 60 Minuten das Spiel entscheidet." Dieses Prinzip haben die Löwen bis Mitte Oktober beherzigt.

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Exemplarisch für den Saisonverlauf des Bergischen HC stehen die beiden bisherigen Pflichtspiele gegen die HSG Wetzlar. "Was passieren kann, wenn wir unser Potenzial abrufen, haben wir im Hinspiel gesehen." Hinzes Truppe hat gegen die Hessen auf Augenhöhe agiert, diverse Rückschläge weggesteckt und mit der Schlusssirene dank eines Glücktreffers von Viktor Szilágyi mit 25:24 gewonnen. Was wiederum passieren kann, wenn die Mannschaft um Ivano Balic ihre Qualität abruft und den Gegner nicht zur Entfaltung kommen lässt, haben die Löwen im DHB-Pokal erfahren. Sang- und klanglos waren sie in der zweiten Runde mit 22:28 ausgeschieden.

"Eigentlich ist es verwunderlich, dass die HSG Wetzlar mit diesem hochkarätig besetzten Kader auch nur 15:27 Punkte auf ihrem Konto hat", sagt Sebastian Hinze. Von einem richtungsweisenden Duell zweier Tabellennachbarn will der Coach nichts wissen. "Es ist nicht interessant, ob wir in der Tabelle klettern können, sondern nur unsere eigene Punktzahl." Die könnte nach exakt drei Monaten dringend eine Auffrischung gebrauchen.

Handball-Bundesliga: Bergischer HC — HSG Wetzlar (Samstag, 19 Uhr, Unihalle Wuppertal).

(gra)