Bergischer HC : Prompte Antworten

Als sich der Bergische HC auf eine ungewohnte Manndeckung eingestellt hatte, erspielte sich der Handball-Erstligist gegen den TSB Heilbronn-Horkheim die Vorteile, die ihn sicher in die dritte Runde des DHB-Pokals brachten.

Eine taktische Überraschung hatte sich Volker Blumenschein für den Bergischen HC ausgedacht. Was auf den ersten Blick wie eine offensive Variante einer 6:0-Deckung aussah, entpuppte sich nach den einleitenden Pässen des Systemangriffs als variable Manndeckung. Tatsächlich erwischte der ambitionierte Süd-Drittligist den hohen Favoriten damit auf dem falschen Fuß. In der Zweitrunden-Begegnung des DHB-Pokals benötigte der Handball-Erstligist rund eine Viertelstunde, um das TSB-Sextett so zu bewegen, dass sich die Gelegenheiten für freie Würfe ergaben.

Als Evegni Prasolov zur Begeisterung der rund 900 Zuschauer in der Stauwehrhalle mit einem Rückraum-Kracher zum 3:4 (7.) verkürzte, lebte sie noch die Hoffnung auf eine Sensation. Der erste Treffer von Jens Reinarz von der Linksaußen-Position allerdings deutete an, dass sich sein Team nun gefunden hatte. Und so agierten die Gäste fortan dem Zwei-Klassen-Unterschied angemessen — auch wenn es ein paar Minuten dauerte, bis der Vorsprung entscheidend anwuchs.

Über Gegentreffer wurde sich nicht lange geärgert. Jan Stochl holte jedes Mal den Ball umgehend aus dem Netz und beförderte ihn mit einem genauen Pass zur Schnellen Mitte an den Kreis. Alexander Oelze oder Kenneth Klev nahmen mit dem 7:5 (11.) oder dem 9:6 (14.) sogleich etwas von der gerade aufkommenden Stimmung. Und auch für Volker Blumenschein waren diese prompten Antworten Anlass, in einer Auszeit zu reagieren. Seine Überraschung ließ der Heilbronner Coach nun Überraschung sein und fortan kräftesparender in der Abwehr agieren.

Die 60 Sekunden-Unterbrechung schien auch HaDe Schmitz gut genutzt zu haben, um die eigene Abwehr besser einzustellen. Einen Ballgewinn nach dem anderen — erneut mit tatkräftiger Unterstützung eines gut aufgelegten Jan Stochl — verwerteten Jens Reinarz, Runar Karason, Hendrik Pekeler und Alexander Oelze zum entscheidenden Zwischenspurt. Den Acht-Tore-Vorsprung vergrößerten die Bergischen bis zur Pause auf 18:8.

Nur schwer in Gang kam die fast komplett ausgetauschte BHC-Sieben nach Wiederbeginn, auch bedingt durch eine knapp vierminütige Unterzahl nach Zeitstrafen gegen Christian Hoße und Henning Quade. Den Rückstand verkürzte der tapfer kämpfende Drittligist zwar nicht mehr, der Favorit legte allerdings auch nicht nach, weil viele Würfe zu früh genommen wurden. Mit Ergebnis-Verwaltung und einem 31:19-Pflichtsieg spielte sich der Bergische HC in die dritte Runde des DHB-Pokals, die für den 26. Oktober terminiert ist.

(RP/rl)