Bergischer HC : Oelze gegen Minsk

23:20 hatte der Bergische HC gestern Abend vor 600 Zuschauern in Witten gegen Dinamo Minsk geführt. Dann schaltete der Handball-Erstligist für wenige Minuten einen Gang zurück und verlor mit 27:28 (13:13).

Einen etwas anderen Handball bekam der Bergische HC gestern vorgesetzt. Derart robust wie Dinamo Minsk hat zuletzt keiner der Testspiel-Gegner des Handball-Erstligisten in der Abwehr zugepackt. Und kaum eine Defensivreihe hat so kompakt gestanden wie die des EHF-Cup-Teilnehmers aus Weißrussland. Kenneth Klev, den sonst nur wenig aus der Bahn werfen kann, flog bei seinem ersten Löwen-Einsatz nach der Europameisterschaft einige Male nach harten Kontakten unkontrolliert aus der Vorwärtsbewegung ein paar Meter zurück. Kristoffer Moen, selber kein Unschuldslamm, bot in den Schlusssekunden gar eine Ringer-Einlage mit Minsks Kreisläufer-Hünen Egor Evdokimov.

Trotzdem lieferten sich die Bergischen vor 600 Zuschauern im ausverkauften Sportzentrum des TuS Bommern ein ausgeglichenes Duell. Die Probleme, im Positionsangriff aus dem Rückraum zum Torerfolg zu kommen, machte der BHC wett, wenn er nach Ballgewinnen oder der Schnellen Mitte Tempo machte. Dann waren sie noch da die Lücken, die in der ersten Halbzeit vor allem Alexander Oelze zu nutzen wusste. Der Mittelmann profitierte davon, dass er seit ewigen Zeiten das Spiel aus der Abwehr heraus gestalten konnte.

In der Defensive benötigte der Erstligist fast die gesamte erste Halbzeit, um sich auf das Dinamo-System einzustellen und die Härte anzunehmen. Mit blitzschnellen Antritten fanden die Weißrussen immer wieder einen freien Weg zum Tor — von jeder Position. Mit Wiederbeginn allerdings war die Abwehr um Kenneth Klev und Hendrik Pekeler deutlich beweglicher, was die Osteuropäer einige Male hilflos aussehen ließ.

So entwickelte sich eine Begegnung ohne große Handball-Leckerbissen, die die neutralen Beobachter nur selten begeistern konnte. Zaghaft blieben deswegen auch nur die Versuche, den Bergischen HC nach dem Verlust einer Drei-Tore-Führung (46./23:20) wieder nach vorne zu treiben. Herausgearbeitet hatten das kleine Polster der zwölffache Torschütze Alexander Oelze sowie Jan Behr, der gestern die zweiten 30 Minuten als Linksaußen agierte und zweimal erfolgreich war. Den minimalen Vorteil, nach dem 24:23 immer ein Tor vorzulegen, brachte Dinamo Minsk den 28:27-Sieg im ersten der beiden Testspiele gegen den BHC.

(RP)