Bergischer HC: Nur ein Grundgerüst wird bleiben

Bergischer HC : Nur ein Grundgerüst wird bleiben

Die deutlichen Worte von Manager Stefan Adam nach der empfindlichen 28:29-Niederlage gegen Eintracht Hildesheim haben hellhörig gemacht. Wen könnte es aus dem aktuellen Kader des Handball-Erstligisten Bergischer HC bei dem angekündigten Umbruch treffen ?

Erinnerungen sind wach geworden. Das Spiel gegen Eintracht Hildesheim war ein Matchball im Kampf um den Verbleib in der Handball-Bundesliga. Vermutlich war es der letzte, den der Aufsteiger in dieser Saison bekommen wird, um den Vier-Punkte-Rückstand auf den rettenden 15. Platz noch entscheidend zu verkürzen. Andere Matchbälle hat die Mannschaft von Trainer Ha De Schmitz in der Rückrunde ebenfalls schon liegengelassen, als nichts anderes zählte als ein Sieg. In Großwallstadt oder gegen Melsungen zum Beispiel.

Nahezu das gleiche Personal hat unter dem gleichen Trainer in der vorigen Saison zwar den Titel im Zweitliga-Süden geholt, sich jedoch schwerer getan als notwendig. Wenn es darauf ankam, ein anderes Spitzenteam im direkten Duell auf Abstand zu halten und einen Big Point zu landen, schlichen die Bergischen jedes Mal nach mutlosen Auftritten mit hängenden Köpfen vom Feld. In Bittenfeld oder Neuhausen zum Beispiel. Das letzte Spiel der Saison beim EHV Aue gewannen die Löwen. Als Tabellenzweiter hinter dem TV Hüttenberg hatten sie nichts zu verlieren und ohne Druck agieren können.

Im mit 28:29 verlorenen Heimspiel gegen Eintracht Hildesheim schienen die Bergischen abermals nicht dem Druck gewachsen. "In so einer prekären Situation haben wir noch nie so eine schlechte Leistung abgeliefert", stellt Stefan Adam fest. Der Manager könne nicht akzeptieren, "dass eine Mannschaft mit der mittlerweile gesammelten Erfahrung nicht mit ihrer Körpersprache vermitteln kann, dass sie den Klassenerhalt unbedingt schaffen will".

Von Sprachlosigkeit kann keine Rede gewesen sein, als Stefan Adam in der Pressekonferenz nach einem kurzen Durchatmen plötzlich doch reichlich Worte fand und einen Umbruch andeutete, den es in dieser Form beim Bergischen HC noch nicht gegeben habe. Der Manager spricht von einem "ambitionierten Grundgerüst", um das ein Kader zusammengestellt werden soll, der im Abstiegsfall den direkten Wiederaufstieg realisieren soll.

Beim Blick auf die auslaufenden Verträge wird deutlich, dass es bei dem Umbruch nicht nur die Spieler treffen kann, deren Engagement beim Bergischen HC im Juni ausläuft. Runar Karason und Alexander Oelze haben schon verlängert. Mario Huhnstock scheint sich mit seiner Familie in Solingen so wohl zu fühlen, dass auch bei ihm die Zeichen auf Bleiben stehen. Nicht zuletzt, weil sich der Keeper in der Ersten Liga kontinuierlich weiterentwickelt hat. Kenneth Klev hat sich zwar beim BHC zurück in die Nationalmannschaft Norwegens gespielt, seine Zukunft dürfte aber ebenso bei einem anderen Verein liegen wie bei Jan Behr, der hinter Fabian Böhm und einem neuen Leistungsträger im linken Rückraum auch in Zukunft wenig Spielpraxis in Aussicht hätte. Ein Mann des Kalibers von Carlos Prieto wird aus Kostengründen kaum für die Zweite Liga zu begeistern sein, obwohl er der Abwehr gut tun würde. Und Robin Teppich war nur verpflichtet worden, bis Christian Hoße seine Schulterverletzung auskuriert hat.

Wen es sonst treffen könnte, ist an den Spielanteilen abzulesen. Wie bei Kristoffer Moen. Oder bei Jiri Vitek, der mit seiner Leistung weit von der Alleinunterhalter-Saison vor zwei Jahren entfernt ist. Henrik Knudsen könnte eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag haben, wenn es zurück in die Zweite Liga geht. Ohnehin ist fraglich, wie weit der Däne seine Verletzung am Wurfarm überstanden hat. Bei den weiterhin ambitionierten Zielen des Clubs müsste sichergestellt sein, das dieser den bis 2013 datierten Vertrag gesund erfüllen könnte.

Trainerfrage scheint wieder offen

Abschließend bleibt offen, ob Ha De Schmitz beim BHC auch über die Saison hinaus an der Seitenlinie stehen wird. "Beide Seiten haben vor längerer Zeit grundsätzlich Interesse signalisiert, die Zusammenarbeit fortzusetzen", verrät Stefan Adam, ohne damit eine Entscheidung verkündet zu haben. Mindestens bis zum letzten Spieltag wird Schmitz das Sagen haben. "Wir werden besprechen, wie es darüber hinaus weitergeht." Stefan Adam weiß zu gut, dass der Trainer für Erfolge mitverantwortlich ist, aber auch bei Misserfolgen in der Verantwortung steht.

(RP)