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Bergischer HC: Nominierung trübt die Laune

Bergischer HC : Nominierung trübt die Laune

In den Testspielen gegen den TuS N-Lübbecke und den TBV Lemgo hatte Ha De Schmitz seinem Team den Feinschliff verpassen wollen. Die personelle Situation beim Handball-Erstligisten Bergischer HC lässt das nur bedingt zu.

Die Zweitages-Tour durch Ostwestfalen war eine Woche vor dem Start in die zweite Saisonhälfte als wichtiger Baustein der Vorbereitung vorgesehen. Als letzter EM-Reisender aus dem Nationalspieler-Quintett des Bergischen HC hätte Runar Karason den Kader wieder komplettieren sollen. Der Isländer ist zwar wie geplant zurück, dafür verabschieden sich der Reihe nach immer wieder andere Akteure. "Das läuft leider alles nicht so wie gedacht", hadert ein sichtlich angefressener Ha De Schmitz.

Einer der Gründe, die die Laune des Cheftrainers trüben, ist eine positive Nachricht. Kristian Nippes und Hendrik Pekeler sollen sich am Samstag in Leipzig im Rahmen des "Allstar-Games" präsentieren. "Anfangs hatte ich gedacht, dass Bundetrainer Martin Heuberger die beiden im erweiterten Kreis der Nationalmannschaft sehen wollte. Nicht aber, dass sie in der Endphase der Vorbereitung für ein unbedeutendes Spiel herausgerissen werden." In der wiederbelebten B-Nationalmannschaft bestreiten Pekeler und Nippes am Samstag ein Einlagespiel gegen den Drittligisten EHV Aue. Die Anwesenheit ist allerdings schon am Freitagmittag bei einer gemeinsamen Trainingseinheit erwünscht. Ha De Schmitz fehlt das Verständnis für die Notwendigkeit dieser Maßnahme ohne sportlichen Wert. "Damit gehen uns zwei wichtige gemeinsame Einheiten verloren." Nach einem Training am Vormittag bestreitet der BHC am Freitagabend in Versmold gegen den TBV Lemgo sein letztes Testspiel der Vorbereitung.

Die Gefahr, dass die Belastung für die verbleibenden Akteure zu groß werde, sei groß. Schließlich sind Hendrik Pekeler und Kristian Nippes nicht die einzigen Ausfälle. Linksaußen Jens Reinarz fällt nach seiner Tumor-Operation noch länger aus. Kenneth Klev hatte sich am Wochenende am Knie verletzt und soll frühestens Anfang der Woche wieder einsteigen. Und da wäre noch Henrik Knudsen, das größte Sorgenkind von Ha De Schmitz. "Ich bin jemand, der immer positiv denkt." Aber so langsam befürchte der Löwen-Trainer Schlimmstes für die zweite Saisonhälfte, weil bei den zahlreichen Wehwehchen des Mittelmanns keine Fortschritte zu erkennen seien. Das gilt ganz besonders für die Muskelverletzung am Wurfarm.

Wie wertvoll Henrik Knudsen im Angriffsspiel des Bergischen HC ist, hat der Däne in der Hinrunde oft genug bewiesen. Mit ihm hatte Ha De Schmitz in diesen Tagen einige Dinge taktisch neu ins Offensivkonzept einbauen wollen, um in der Meisterschaft zu überraschen. "Das ist hinfällig, weil wir aufgrund der Ausfälle alles nur in Kleingruppen erarbeiten können." Unter diesen Umständen bekommt die heutige Partie gegen den TuS N-Lübbecke deutlich mehr Gewicht, weil Ha De Schmitz mit elf Feldspielern (inklusive Hendrik Pekeler und Kristian Nippes) personell auf allen Positionen variieren kann. Morgen gegen Lemgo auf der zweiten Station der Ostwestfalen-Tour geht das wie so oft schon in dieser Vorbereitung nur eingeschränkt.

(RP/url)