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Bergischer HC: Nachlässig nach hoher Führung

Bergischer HC : Nachlässig nach hoher Führung

Der Bergische HC gewann gestern souverän sein Testspiel beim ASV Hamm-Westfalen. Beim 37:31 (20:13)-Erfolg im Duell der Handball-Zweitligisten konnten sich die Löwen nach der Pause Schwächen in der Abwehr erlauben.

Es war eines dieser Testspiele, in denen deutlich erkennbar war, welche Mannschaft in der Vorbereitung schon mehr mit dem Ball gearbeitet hat. Für den ASV Hamm-Westfalen war die gestrige Begegnung gegen den Bergischen HC der erste nennenswerte Auftritt unter Wettkampfbedingungen nach einem intensiven Trainingslager in Österreich mit zwei anschließenden freien Tagen. Der Liga-Konkurrent indes hat bekanntlich gegen den VfL Gummersbach, Bayer Uerdingen sowie zuletzt am Wochenende beim Turnier des TuSEM Essen reichlich Spielpraxis gesammelt. Die Westfalen kamen fast ausschließlich nach Einzelaktionen oder per Siebenmeter zum Torerfolg. Die Bergischen ließen den Ball oft gut laufen, um geduldig auf die Lücken für den freien Wurf zu warten.

In der Abwehr vertraute Sebastian Hinze in der Startformation einmal nicht auf Viktor Szilágyi im Innenblock. Der Österreicher rückte in der Abwehr auf die Halbposition und machte Platz für Max Weiß. Nach überstandener Sprunggelenksverletzung rückte der Kreisläufer neben Michael Hegemann ins Deckungszentrum. Im Angriff gelang ihm zwar kein Treffer, dafür holte Weiß bis zu seiner ersten Auswechslung in der 20. Minute vier Siebenmeter heraus. Während Max Weiß ins Team zurückgekehrt war, fehlte gestern beim Handball-Zweitligisten Arnor Gunnarsson. Der Isländer hatte sich im Training eine Oberschenkelzerrung zugezogen, hätte aber auch sonst nicht zur Verfügung gestanden – als werdender Vater.

Der Zwischenstand von 20:13 zur Halbzeit stimmte BHC-Coach Sebastian Hinze zufrieden. Nicht zuletzt, weil die offensiv ausgerichtete Variante der 6:0-Deckung gut gegriffen hat. "Wir haben fast immer gedoppelt, wenn es in den Block gegangen ist." Das bescherte den Löwen viele Ballgewinne und einfache Tore nach Tempogegenstößen. Nach dem Seitenwechsel sah das allerdings etwas anders aus. Hinze hätte sich gewünscht, dass das jeweilige Sextett etwas disziplinierter gearbeitet hätte. Bestraft wurde das reihenweise mit Krachern aus dem Rückraum von Matthias Struck (7) oder Chen Pomeranz (9/3), den beiden Haupttorschützen aufseiten des ASV Hamm. In Gefahr geriet der souveräne 37:31-Erfolg des Bergischen HC trotzdem nicht mehr.

Abwehraufgaben für Oelze

Auffällig in allen bisherigen Testspielen ist, dass Sebastian Hinze bislang auf den Wechsel zwischen Abwehr und Angriff verzichtet. Wie alle seine Vorgänger gibt der neue Mann an der Seitenlinie Alexander Oelze die Chance, sich auch hinten zu beweisen. "Wenn Ali gut deckt", bestehe für Hinze kein Anlass zum Wechseln.

Das nächste Testspiel: Bergischer HC – KRAS Volendam (Donnerstag, 18.30 Uhr, Klingenhalle).

(RP)