Bergischer HC : Müde Beine

Vor nur 480 Zuschauern in Ludwigshafen schied der Bergische HC mit einer 27:33 (14:20)-Niederlage in der dritten Runde des DHB-Pokals aus. Die TSG Friesenheim wirkte nach ihrer zehntägigen Spielpause deutlich frischer.

Es gehört zur Geschichte des ewigen Duells aus Zweitliga-Zeiten, dass der Bergische HC gegen die TSG Friesenheim einem deutlichen Rückstand hinterherlaufen muss. Oft genug hatten die Löwen ihre Aufholjagd krönen können, um in der Gesamtbilanz beider Clubs mit sechs Siegen und drei Niederlagen vorne zu liegen. Gestern Abend korrigierten die Ludwigshafener die Statistik mit einem 33:27 (20:14)-Erfolg in der dritten Runde des DHB-Pokals, weil sie sich den Sechs-Tore-Vorsprung aus der ersten Halbzeit nicht mehr nehmen ließen.

Auf dem Parkett der Friedrich-Ebert-Halle startete mit Ausnahme von Keeper Jan Stochl die Sieben, die am Wochenende dem SC Magdeburg eine Lehrstunde in Sachen kämpferischer Einstellung und Spielfreude gezeigt hatte. Der Auftritt beim 40:31-Erfolg allerdings hatte deutliche Spuren hinterlassen. Während der Erstliga-Absteiger nach zehntägiger Meisterschaftspause frisch wirkte, fehlte beim BHC insbesondere in der Abwehr die Beinarbeit, um die Würfe des Gegners entscheidend zu stören. Jan Stochl verließ in der 13. Minute seinen Kasten mit einer notierten Parade. Sein Torhüterkollege Mario Huhnstock bekam genauso wenig Unterstützung von seinen Vorderleuten. Den einzigen Ball, den er zu packen kam, war ohnehin nur für die Statistik, weil umgehend der Siebenmeterpfiff folgte.

Immer wieder Kevin Klier

Es gehört zur Geschichte dieses Duells, dass Kevin Klier gegen den Bergischen HC eine überragende Leistung zeigt. Elf zum Teil spektakuläre Paraden hatte der Friesenheimer Schlussmann bereits notiert, als Alexander Oelze in der Schlussminute der ersten Hälfte nicht nur mit seinem Siebenmeter, sondern auch noch mit dem unmittelbar folgenden Nachwurf scheiterte.

Nach Wiederbeginn zeichnete sich Kevin Klier deutlich weniger aus. Das war jedoch damit begründet, dass trotz des deutlich größeren Engagements weitaus weniger Bälle in Richtung seines Kastens geflogen kamen. Die Bergischen versuchten, gegen die defensiv ausgerichtete 6:0-Deckung zu kombinieren und verspielten sich dabei. Die Ballgewinne – in erster Linie produziert vom nun besser ausgelegten Mario Huhnstock (elf Paraden nach der Pause) – kamen zu selten auf der Gegenseite an. Die langen Pässe beim Tempogegenstoß wurden oft genug Beute der flinken Eulen.

Erfolgreich waren die müden Löwen meist nur aus dem Rückraum. Jens Reinarz und Richard Wöss auf Außen waren ebenso abgemeldet wie Hendrik Pekeler am Kreis. Weil die Friesenheimer jeden BHC-Treffer mit Leichtigkeit mit einem Gegentor beantworteten, blieb der Motivationsschub aus, der Kräfte freigesetzt hätte, um die gleiche Geschichte wie in den jüngsten Duellen beider Teams zu schreiben. Das Achtelfinale findet ohne den BHC statt.

(RP)