Bergischer HC: Mountainbikes bleiben Handballern erspart

Bergischer HC : Mountainbikes bleiben Handballern erspart

Es war die Trainingseinheit, an die sich die Profi-Handballer des Bergischen HC noch lange erinnert haben. Auf Mountainbikes galt es, im Trainingslager 2013 eine Bergetappe in der österreichischen Sommerhitze zu überstehen. Ob Sebastian Hinzes sogenanntes Willenstraining auch in diesem Jahr einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat? Zumindest die Fahrräder blieben den Erstliga-Spielern erspart. Stattdessen wanderten sie gemeinsam den Bergpass Gaberl hinauf, um auf 1649 Metern Höhe das Trainingslager mit einem Lagerfeuer ausklingen zu lassen.

"Fifty-Fifty", antwort Sebastian Hinze auf die Frage, wie seine Handballer diese Motivationseinheit im Vergleich zum vergangenen Jahr eingeordnet haben. "Die Hälfte fand es diesmal etwas angenehmer." Anstrengend war es trotzdem. "Die Jungs haben ein ordentliches Tempo auf den angesetzten 16 Kilometern vorgelegt. Es war knackig." Der Trainer ist freilich auch mitgelaufen. Doch unfreiwillig verlängerten die Handballer die Strecke. "Weil wir uns verlaufen haben. Zumindest sind wir nicht den Weg gegangen, der vorgesehen war." Am Ende hatte die Truppe 1200 Höhenmeter geschafft und sich im "Alten Almhaus" ein Buffet verdient.

Damit endeten acht intensive Tage im österreichischen Piberstein, wo der BHC zum zweiten Mal hintereinander die Vorbereitung absolviert hat. "Die Voraussetzungen waren wieder hervorragend", resümiert Sebastian Hinze. "Wenn wir im kommenden Jahr erneut dorthin fahren, werden wir aber wohl wieder fliegen." Die An- und Abfahrt in Kleinbussen sei anstrengend gewesen. 950 Kilometer mussten die Bergischen in die Weststeiermark reisen. "Da waren wir dann einen Tag unterwegs."

Abgesehen von Fitness-, Athletik- und Krafteinheiten hat sich Hinze natürlich auch um die handballerischen Fortschritte seiner Mannschaft gekümmert. Die Löwen trainierten zum Beispiel ein neues 6:0-Abwehrsystem. "Es ist offensiver ausgerichtet mit klarerer Zuordnung und neuen Absprachen", erklärt der Coach. Mit einem Spieler ist die Kommunikation aber noch nicht ganz so leicht. Der serbische Neuzugang Milos Dragas spricht weder englisch noch deutsch so gut, dass es nicht zu Missverständnissen kommen würde. "Klar ist das nicht immer leicht", meint Hinze. "Doch das wussten wir vorher. Er gibt sich größte Mühe, die Sprache möglichst schnell zu erlernen. Und wir versuchen, ihm so gut es geht zu helfen."

Mit der Einsatzbereitschaft ist Hinze nicht nur bei Dragas zufrieden. "Die Testspiele waren beide sehr ordentlich diesbezüglich. Leider konnten wir unseren Positionsangriff gegen eine 6:0-Deckung kaum testen." Sowohl die SG Handball Westwien als auch die HSG Bärnbach / Köflach agierten fast nur mit einem 3:2:1-System.

Die Vorbereitungsphase hat damit ihren Höhepunkt erreicht. Nun lässt die Intensität ein wenig nach, um später nochmal etwas angezogen zu werden. "Ich bin froh, dass alle ohne größere Blessuren durch das Trainingslager gekommen sind." Torhüter Mario Huhnstock hatte zwar Rückenbeschwerden, wird aber beim "Linden-Cup" ab Mittwoch wohl wieder spielen.

(trd)