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Bergischer Hc: Mit vernageltem Tor in die Erste Liga

Bergischer Hc : Mit vernageltem Tor in die Erste Liga

Bereits fünf Spieltage vor Saisonende war es amtlich: Der Bergische HC wird nur ein Jahr nach dem Abstieg aus der Handball-Bundesliga dorthin zurückkehren. Die Jubelszenen nach dem Schlusspfiff in Erlangen leiteten einen Feier-Marathon ein.

8. Mai 2013 Die Karl-Heinz-Hiersemann-Halle zählt nicht zu modernsten Sportstätten der 2. Handball-Bundesliga. Folglich improvisierte der HC Erlangen, um allen Vertretern der heimischen und auswärtigen Medien an jenem Mittwochabend einen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Dort, wo es möglich war, wurden die Tore der Geräteräume geöffnet und Tische platziert — ungeachtet aller vorgeschriebenen Mindestabstände zu den Mannschaftsbänken.

Der Münzwurf wollte es, dass der Bergische HC erst in der zweiten Halbzeit an der Seite der eigenen Informationszentrale Platz nahm. Hier wurde auf jedem Laptop oder Smartphone der Liveticker der bedeutenden Parallelpartie zwischen der SG Bietigheim und dem TV Emsdetten abgerufen. Ausnahmsweise galt die Sympathie dem westfälischen Rivalen, um unter Umständen auch mit dessen Schützenhilfe den vorzeitigen Aufstieg feiern zu können.

Bergischer Hc: Mit vernageltem Tor in die Erste Liga
Foto: Eisenhuth, Gergor (geu)

Die Partie in Franken wäre auch ohne die Jubelszenen in die Vereinsgeschichte eingegangen. Grund dafür war der Ball, den Jan Stochl beim 23:15-Erfolg mit magischen Kräften zu beherrschen schien. Nur 15 Mal bekam er ihn nicht zu packen — eine neue Abwehr-Bestmarke. Mit tatkräftiger Unterstützung seiner Vorderleute vernagelte der Keeper sein Gehäuse und ebnete so den Weg in die Erste Liga. Mit dem Slogan "Es gibt nur eine Katze Stochl . . ." wurde der bescheidene Tscheche von den Fans frenetisch gefeiert.

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Mit jeder Parade und jedem Tor, mit dem sich der Bergische HC vom HC Erlangen absetzte, wurden die BHC-Akteure neugieriger. Auch wenn Sebastian Hinze trotz der deutlichen Führung immer wieder volle Konzentration verlangte, versuchte jeder Feldspieler mit fragendem Blick ein Zeichen aus dem Geräteraum zu erhaschen. Irgendwann aber konnte auch der so beherrscht wirkende Coach nicht mehr widerstehen, sich nach dem Spielstand aus Bietigheim zu erkundigen.

Die langsam aufkommende Freude auf der Mannschaftsbank sowie unter den mitgereisten Anhängern auf der Tribüne erzeugte mehr Gänsehaut als die Szenen, die sich nach dem Schlusssignal abspielten. Im Vergleich zum ersten Aufstieg vor zwei Jahren im letzten Saisonspiel beim EHV Aue wirkten die Abläufe weniger spontan, auch wenn der Jubel keine Grenzen kannte und die Bergischen die Karl-Heinz-Hiersemann-Halle zu ihrem Party-Wohnzimmer umfunktionierten. Von Neid war beim Kontrahenten keine Spur. Viele Zuschauer schauten dem späteren Zweitliga-Meister noch lange zu und freuten sich mit.

Es war der Anfang eines fröhlichen Feier-Marathons, der von Anfang bis Ende mutig durchgeplant war — von den reservierten Hotelzimmern in Erlangen bis zum öffentlichen Oberbürgermeister-Empfang vor dem Rathaus in Wuppertal-Barmen vier Tage später. Ganz nebenbei hat die Mannschaft mit kleinen Augen und Restalkohol im Blut noch einen 28:25-Heimsieg gegen Mitaufsteiger ThSV Eisenach eingeschoben.

(gra)