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Bergischer Hc: Mit Höchstgeschwindigkeit an die Spitze

Bergischer Hc : Mit Höchstgeschwindigkeit an die Spitze

Dank der Schützenhilfe des EHV Aue hat der Bergische HC nun auch offiziell den TV Emsdetten als Tabellenführer der 2. Handball-Bundesliga abgelöst. Der neue Primus selbst dominierte den TV Bittenfeld beim 34:26 (16:10)-Heimsieg.

Arnor Gunnarsson hat es nur einmal gut gemeint mit seinen letztjährigen Teamkollegen des TV Bittenfeld. Der Linksaußen des Bergischen HC träumte in der Anfangsphase vor sich hin und übersah den langen Pass von der anderen Seite hinter seinem Rücken. Florian Schöbinger hatte keine Mühe, Gunnarsson zu hinterlaufen und das 2:0 zu markieren.

Diesen Patzer hat der Kämpfertyp nicht auf sich sitzenlassen. Kaum drei Minuten später hatte der Isländer nach einem Tempogegenstoß mit seinem ersten Treffer die erste BHC-Führung erzielt (5./3:2), die der neue Tabellenführer der 2. Handball-Bundesliga nicht mehr abgeben sollte. Ein weiterer Treffer sowie drei herausgeholte Siebenmeter waren Gunnarssons Ausbeute in den 22 Minuten der ersten Hälfte, bis er Platz machte für Richard Wöss.

Überhaupt waren die Löwen immer dann erfolgreich, wenn sie die Geschwindigkeit erhöhten. Mit einer soliden Spielweise in der Offensive und einer abermals starken Abwehrleistung hatten sich die Bergischen eine Vier-Tore-Führung erarbeitet (14./9:5). Zwei Gegentore in Serie von TVB-Kreisläufer Simon Baumgarten nahm Sebastian Hinze zum Anlass, von dem bis dahin praktizierten Wechsel von Viktor Szilagyi (Angriff) und Michael Hegemann (Abwehr) Abstand zu nehmen.

"Ich hatte das Gefühl, dass die Bittenfelder in dieser Phase müde wurden", sagte der BHC-Coach später. Es war die entscheidende taktische Maßnahme, die die Gastgeber auf die fünf Tore enteilen ließ, die die Schwaben nicht mehr aufzuholen wussten.

Wie schnell und präzise die Bergischen Handball spielen können, zeigten sie beim Zwischenspurt zum 12:7 (22.). Mit drei Pässen war das Spielfeld überbrückt und Arnor Gunnarsson innerhalb von drei Sekunden freigespielt. Immerhin schafften es die Bittenfelder, den Rechtsaußen noch mit einem Foul zu stoppen. Auf den verwandelten Siebenmeter von Alexander Oelze folgte zwar kein weiterer Schnellangriff, dafür aber ein flottes Kreuzen vor der Abwehr, bei dem die gestern chancenlosen Schwaben den Überblick verloren haben. Nutznießer war schließlich Stanko Sabljic als Abnehmer am Kreis.

Das als Geheimfavorit auf die Aufstiegsplätze gehandelte Team von Trainer Günter Schweikardt war gestern weit davon entfernt, noch einmal so viele Tore zu erzielen wie bei der 35:43-Heimniederlage am 14. Oktober 2009. Keine andere Mannschaft hat es seitdem geschafft, so viele Tore gegen den Bergischen HC zu erzielen. Die Waiblinger waren stattdessen darauf bedacht, lange Angriffe zu fahren. Bewusst gingen sie das Risiko ein, Zeitspiel abgepfiffen zu bekommen, um ihre Fehlerquote so gering wie möglich zu halten. Ohne die aus dem Rückraum stets gefährlichen Tobias Schöbinger (4) und Dominik Weiß (8) wären die Gäste wohl mit einer noch deutlicheren Niederlage aus der Unihalle gegangen.

Den Schlusspunkt setzte im Übrigen Arnor Gunnarsson — per Tempogegenstoß zum 34:26-Endstand, als es nach einem Ballgewinn wieder ganz schnell ging. Zuvor hatten Alexander Oelze und Emil Berggren (2) die sechsminütige Phase ohne BHC-Tor korrigiert, als der TV Bittenfeld mit vier Treffern in Serie auf 25:30 verkürzt hatte. Es war der einzige Durchhänger eines ansonsten beeindruckenden Auftritts.

(RP/rl)