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Bergischer HC: Löwen bekommen keine Hand an den Ball

Bergischer HC : Löwen bekommen keine Hand an den Ball

Die MT Melsungen bot dem Bergischen HC zu wenig Angriffsfläche, als dass der Aufsteiger die Nordhessen hätte gefährden können. Mit einer 29:34 (14:18)-Niederlage verlängerte sich die Negativserie vor dem Beginn der Endspiel-Wochen auf neun.

Rechtzeitig vor dem Seitenwechsel hatte sich der Bergische HC wieder gefangen. Eine Unterzahl-Situation hatte der Handball-Erstligist überstanden, ohne dass der Fünf-Tore-Rückstand weiter angewachsen war. Die eigene Überzahl direkt im Anschluss nutzten Alexander Oelze per Siebenmeter und Maximilian Hermann wiederum, um den Aufsteiger auf drei Treffer heranzubringen. Und nach Patrik Fahlgrens 16:12 legten Viktor Szilágyi aus der Distanz und Jan Artmann per Tempogegenstoß zwei Mal nach.

"Immer, wenn unsere Chance da war, sprach plötzlich immer etwas gegen uns", bilanzierte ein frustrierter BHC-Rückraumspieler Kristian Nippes. Meist war es eine Zeitstrafe, die den gerade aufkommenden frischen bergischen Wind gleich wieder zu einem lauen Lüftchen verkümmern ließ.

In diesem Fall war es eine kleinliche Hinausstellung gegen Richard Wöss, die der MT Melsungen zwei Minuten vor Ende der ersten Hälfte den numerischen Vorteil brachte. Michael Allendorf und Patrik Fahlgren nutzten diesen mit zwei Treffern zum 18:14 mustergültig aus. "Es war die einzige Unterzahl-Situation, die wir in diesem Spiel nicht gut gelöst haben", analysierte Sebastian Hinze nach der 29:35-Niederlage im vorerst letzten Meisterschaftsspiel, das der Bergische HC ohne Druck hat bestreiten können. In den beiden kommenden Wochen steht der abstiegsbedrohte Aufsteiger gegen die direkten Konkurrenten GWD Minden und HBW Balingen-Weilstetten unter Zugzwang, der inzwischen auf neun Niederlagen angewachsenen Negativserie ein Ende zu setzen.

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"Wir stecken ganz tief im Abstiegskampf", sagte Christian Hoße. "Davon sieht man nur auf dem Feld zu wenig." Der mit einem Bänderriss außer Gefecht gesetzte Linksaußen hätte sich gewünscht, dass seine Teamkollegen von Beginn ihre Außenseiter-Rolle genutzt hätten, um in der Abwehr Zeichen zu setzen und sich Respekt zu verschaffen. "Und wenn wir zehn Zeitstrafen kassieren, ist das halt so. So aber ist das alles zu lieb."

Tatsächlich agierte der Tabellensechste jederzeit unbeeindruckt von der Abwehrarbeit des Konkurrenten, mit welcher Variante er es auch versuchte. Bis zur 40. Minute war es eine defensiv ausgerichtete 5:1-Deckung, in der Kristian Nippes auf der vorgezogenen Position den Wirkungskreis von Patrik Fahlgren einengen sollte. "Wie er die Situationen im Zwei-gegen-Zwei auf ganz engem Raum mit Felix Danner gelöst hat, spricht für hohe Qualität", erkannte Sebastian Hinze. Daher nahm der Löwen-Coach irgendwann auch Abstand von dieser Variante und kehrte zur eingespielten 6:0-Abwehr zurück, in der Endphase wählte er eine 4:2-Abwehr. "Wir haben nie die Hand an den Ball gekommen. Das hat sich durch das ganze Spiel gezogen."

Mit einer nahezu fehlerfreien Leistung im zweiten Durchgang hielten die Nordhessen ihren Kontrahenten auf Distanz. Kristian Nippes hatte deswegen auch das Gefühl, "dass wir noch eine weitere Halbzeit hätten spielen können, und wir hätten nicht gewonnen." Mit einer jederzeit bissigen Einstellung hielten die Bergischen die Niederlage zumindest in Grenzen.

Die letzte Chance, noch ein kleines Handball-Wunder zu schaffen, wurde den Löwen nach Fabian Gutbrods 28:31 (57.) mit einer hauchdünnen Siebenmeter-Entscheidung genommen. Maximilians Hermanns blitzschnelle Abwehraktion gegen Nenad Vuckovic hätte durchaus auch ein Stürmerfoul bedeuten können. Es passte ins Bild. "Um hier richtig Stress erzeugen zu können, haben uns zwei, drei einfache Ballgewinne gefehlt." Mut für die kommenden Wochen macht Sebastian Hinze die erneut gute Körpersprache: "Wir haben jede schlechte Phase hingenommen und immer die Köpfe oben gehalten".

(gra)