Lob und Kritik für den Bergischen HC

Spiele in Düsseldorf: Viel Lob, aber auch viel Kritik für den BHC

Die Entscheidung für Düsseldorf als weiteren Heimspielort wird in der Fan-Szene kontrovers diskutiert.

Am Dienstagmorgen hatte der Bergische HC Düsseldorf als dritten künftigen Standort in der Handball-Bundesliga vorgestellt. Die Reaktionen in den sozialen Medien ließen nicht lange auf sich warten. Bedingungslose Ablehnung der vier bis sechs Spiele im ISS Dome gab es, aber auch Zustimmung ob der wirtschaftlichen Erfordernisse. Zwischen diesen Extremen bewegten sich die Meinungen zur Zusammenarbeit des BHC mit der Landeshauptstadt bis zum Jahr 2022.

Bei den Löwen gingen laut Jörg Föste, Geschäftsführer Sport des BHC, ausschließlich positive Bewertungen ein: „Wir haben lauter Gratulationen erhalten.“ Der Geschäftsführer durfte diese gleichermaßen von wirtschaftlichen Partnern wie auch aus der Handball-Bundesliga in Empfang nehmen. „Der Grundtenor war: richtiger  Schritt und wohl dosiert“, erklärte Föste. Es sei wichtig, dass man neue Chancen ergreife und dennoch die Bodenständigkeit wahre – wodurch der Standort Bergisches Land und die Konkurrenzfähigkeit in der Bundesliga gestärkt würden.

  • Bergischer HC : Düsseldorf wird dritte BHC-Heimat

Die positive Annahme der Pläne führt der Vereinschef auch darauf zurück, viele vorbereitende Gespräche geführt zu haben. „Auch beim Fantreff hatten wir es thematisiert“, sagt Föste, der glaubt, in Einzelgesprächen Verständnis bei Fans wecken zu können, die dem Vorhaben derzeit noch kritisch gegenüberstehen.

Kritische Töne bezüglich der Umsetzung von Spitzensport gab es auch in Richtung der Stadt. Hier nahm Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) Stellung. Er sagt: „Grundsätzlich ist es nachvollziehbar, dass ein erfolgreicher Erstligist wie der BHC nach Möglichkeiten sucht, die für ihn nötigen Zuschauerzahlen zu erzielen. Leider hat sich der Verein von seiner Wunschlösung verabschiedet, in Gräfrath eine neue Arena zu bauen.“ Die Stadt kenne die Bestrebungen des BHC seit längerem, „weil wir mit dem Verein in engem Kontakt stehen“. Er selber habe Gespräche mit Geschäftsführer Jörg Föste geführt, um dem Klub in Solingen Alternativen anzubieten. Kurzbach: „Inzwischen prüfen wir auch wieder verstärkt einen deutlichen Ausbau der Klingenhalle. Dort wurden zuletzt erst noch 100.000 Euro in die Beleuchtung investiert. (...) Wir wollen den BHC unbedingt im Bergischen halten. Natürlich gehe ich davon aus, dass dies weiterhin die feste Absicht der BHC-Führung ist. Das ist man auch den treuen Fans schuldig.“ So gesehen verschaffe die zunächst auf drei Jahre befristete Kooperation mit Düsseldorf Zeit, um gemeinsam eine gute Lösung mit einem passenden Standort im Herzen des Bergischen Landes zu entwickeln.

Mehr von RP ONLINE