Bergischer HC : Leise Durchhalteparolen

Düster sind die theoretischen Aussichten des Bergischen HC nach der Schlappe gegen Hildesheim im Abstiegskampf. Manager Stefan Adam fordert heute in Berlin eine Reaktion, damit der Eindruck einer guten Saison bleibt.

Die großen Hallen der Handball-Bundesliga galten bislang immer als Bonus. Mit Vorfreude waren beim Bergischen HC die Fahrten nach Kiel, Hamburg oder zuletzt Magdeburg angetreten worden, ernüchternd allerdings waren jeweils die eindeutigen Endresultate. Nach der jüngsten Niederlage gegen Eintracht Hildesheim, die die Löwen im Kampf um den Klassenerhalt extrem weit zurückgeworfen hat, hält sich die Begeisterung vor dem heutigen Auftritt in einer weiteren Handball-Arena des Oberhauses in Grenzen. Das Gastspiel bei den Füchsen Berlin in der Max-Schmeling-Halle könnte vielleicht vorerst das letzte in der Hauptstadt sein.

Viel ist nach der 28:29-Schlappe gegen Hildesheim von der Rückkehr in die Zweite Liga geredet worden. Trotzdem sind die Durchhalteparolen nicht verstummt, nur sind sie leiser geworden. Carlos Prieto beispielsweise sagt, dass noch alles passieren könne. "Auch wenn es sehr, sehr schwer wird – wir können es noch schaffen." Und Alexander Oelze lässt verlauten: "Wir glauben weiterhin daran, auch wenn es immer schwerer wird". Es gilt weiterhin, in den drei Auswärtsspielen gegen Berlin, Flensburg und die Rhein-Neckar-Löwen sowie in den Heimpartien gegen Gummersbach, Hüttenberg und Balingen vier Punkte auf die TSV Hannover-Burgdorf und den rettenden Tabellenrang aufzuholen.

Vielleicht aber reduziert sich der Rückstand noch auf drei Zähler. Frisch Auf Göppingen hat Revision eingelegt nach dem Urteil des Sportgerichts des Deutschen Handball-Bundes, das der HSG Wetzlar in erster Instanz aberkannte Punkte wieder zugesprochen hatte. Die Hessen hatten im Duell mit den Schwaben den mit zwei Spielerpässen ausgestatteten Andrej Klimovets eingesetzt. Die Göppinger könnten die beiden Zähler im Kampf um einen Europapokal-Platz gut gebrauchen.

Ungeachtet der düsteren theoretischen Aussichten im Abstiegskampf erwartet Stefan Adam nun eine Reaktion von der Mannschaft, die zuletzt gegen Hildesheim maßlos enttäuscht hat. "Es muss alles mobilisiert werden, um die Saison ordentlich zu Ende zu bringen", fordert der BHC-Manager. "Der weitaus überwiegende Teil dieser Spielzeit ist positiv verlaufen. Den Eindruck, dass hier etwas heranwächst, dürfen wir nicht verspielen." Das gilt auch für die aktuelle Platzierung, die der BHC als Minimalziel gegen den TV Hüttenberg verteidigen muss. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich aufgrund der finanziellen Probleme anderer Clubs und nicht erteilter Lizenzen ganz plötzlich eine Hintertür öffnen kann.

Handball-Bundesliga: Füchse Berlin – Bergischer HC (heute, 20.15 Uhr, Max-Schmeling-Halle).

(RP)