Handball : Lehrstunde bergischer Art

Ein derart souveräner Auswärtsauftritt liegt schon lange zurück. Der Bergische HC war dem HC Erlangen beim 33:19-Erfolg derart überlegen, dass dem Aufsteiger nichts anderes übrig blieb, als sich mit der Rolle eines überforderten Handball-Schülers abzufinden.

Die Schlange an den beiden Kassen der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle wollte keine Ende nehmen. Während die Spieler des HC Erlangen kurz vor Spielbeginn im Kabinengang darauf warteten einzulaufen, wurden draußen noch die letzten vorhandenen Stehplatzkarten ausgegeben. Alle wollten den Spitzenreiter der 2. Handball-Bundesliga sehen und erleben, wie der heimstarke Aufsteiger den Bergischen HC ärgern würde.

Die Löwen haben sich jedoch nur am Anfang ärgern lassen, als HCE-Keeper Andreas Bayerschmidt gleich in der ersten Minute einen Siebenmeter von Elvir Selmanovic abwehrte und fünf Minuten später Jens Reinarz einen weiteren Strafwurf lediglich an die Latte knallte. Das war es aber auch schon. Ansonsten sahen die Erlanger Zuschauer eine Handball-Lehrstunde, in der das Team von Trainer Frank Bergemann lediglich die undankbare Rolle des hoffnungslos überforderten Schülers einnahm.

Ein von Christian Hoße abgeschlossener Kempa-Trick in den Schlusssekunden krönte die Gala-Vorstellung beim 33:19 (16:9)-Erfolg. Der letzte derart souveräne Auswärtsauftritt des Bergischen HC (beziehungsweise der SG Solingen) liegt schon so lange zurück, dass er gar nicht mehr zu datieren ist. Die von Sebastian Hinze (2) und Mathias Fuchs herausgespielte 3:1-Führung (4.) wuchs kontinuierlich an – trotz einiger ausgelassener freien Chancen, trotz verworfener Siebenmeter und trotz zweier mit Zeitstrafen um sich werfenden Schiedsrichter. Das hohe Tempo, das der HC Erlangen normalerweise in heimischer Halle 60 Minuten lang geht, beantworteten die Löwen mit noch höherem Tempo. Der Aufsteiger war nie in der Lage, seine Schnelle Mitte in letzter Konsequenz zu Ende zu spielen. Der Lehrmeister war selbst in der Rückwärtsbewegung flinker als seine fränkischen Schüler im Vorwärtsgang.

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Lediglich zwei kritische Situationen hatten die Bergischen zu überstehen, in die sie beide Male vom Ludwigshafener Schiedsrichter-Duo befördert worden waren. Waren die Zeitstrafen gegen Elvir Selmanovic (13.) und Kenneth Klev (14.) noch berechtigt gewesen, übertrieben es Jochen Fischer und Matthias Hetzel in der Schlussphase der ersten Halbzeit mit den Hinausstellungen. Henning Quade, Simon Kluge und Elvir Selmanovic brummten zeitgleich Zwei-Minuten-Strafen ab, so dass bei den Löwen für rund 30 Sekunden sogar nur drei Feldspieler auf der Platte standen. Benedikt Schwandner (im Kreis abgesprungen) und Bastian Krämer (Pfosten) schafften es auch jetzt nicht, den Tabellenführer in Bedrängnis zu bringen. Stattdessen hämmerte Jiri Vitek den Ball in doppelter und einfacher Unterzahl zwei Mal in die Maschen, um den Vorsprung auf sieben Treffer auszubauen (28./15:8).

Undankbarer Job für Bayerschmidt

Nach dem Seitenwechsel spielten die Löwen mit dem gleichen Druck, Einsatz und Tempo weiter. Drei Treffer BHC, ein Treffer Erlangen – in dieser Regelmäßigkeit schraubte das in allen Belangen überlegene Team von Trainer Raimo Wilde das Ergebnis bis zur 49. Minute auf 29:13 hoch. Andreas Bayerschmidt hatte da längst schon seinen Platz geräumt und den undankbaren Job zwischen den Pfosten Bernhard Zapf überlassen (41.). Der erfahrene Keeper des HC Erlangen hatte sich genug ärgern lassen.

(RP)