Bergischer HC : Kein Grund, traurig zu sein

Der Bergische HC hat sein zweites Heimspiel in der Handball-Bundesliga verloren. Beim 25:29 gegen den TV Großwallstadt agierte das Team von Ha De Schmitz erst zu harmlos und dann nicht clever genug, um den erfahrenen Kontrahenten noch ernsthaft in Verlegenheit zu bringen.

Als Runar Karason nach einer genialen Wurffinte zum 4:6 trifft, ist die Welt für den Bergischen HC noch einigermaßen in Ordnung. Die Truppe hält trotz eines gefühlten Fehlstarts mit dem favorisierten TV Großwallstadt mit und könnte jederzeit mit Unterstützung der 2450 Zuschauer besser ins Spiel finden. Doch was der BHC in den folgenden Minuten auch anpackt, geht schief. Umgekehrt scheint den Gästen alles zu gelingen.

TVG-Coach Peter David wird es später auf den Punkt bringen: "Wir haben die erste Halbzeit beherrscht und alle Big Points gemacht. Das erlebt man selten." Nicht nur, dass die Unterfranken bei drohendem Zeitspiel mit einigen Verlegenheitswürfen erfolgreich sind, sie sind außerdem im Zweifel nur durch Fouls zu stoppen. Sechs Treffer markieren die Großwallstädter in der ersten Halbzeit von der Siebenmeter-Linie. Während der gesamten Begegnung bleibt die Strafwurf-Ausbeute von Michael Spatz mit acht verwandelten Versuchen perfekt.

Auf der anderen Seite zeigen die Bergischen zu wenig Durchschlagskraft. Fehlpässe, Ballverluste nach Fehlern oder gehaltene Würfe häufen sich. Christian Hoße verwirft vor der Pause sogar einen Siebenmeter. Viel schlimmer hätte es nicht laufen können. Der 9:17-Rückstand hinterlässt auch auf den Rängen der Solinger Klingenhalle ernüchternde Wirkung.

Trotzdem geben sich die BHC-Handballer nicht auf. Wie schon gegen die TSV Hannover-Burgdorf macht die Mannschaft den Eindruck, die Partie herumreißen zu wollen – und zu können. Mit Wiederanpfiff in doppelter Überzahl setzt Runar Karason die erste Duftmarke. Es folgen mitunter sehr schöne Tore von Henrik Knudsen, Christian Hoße und Hendrik Pekeler. Defensiv sehen die Hausherren ebenfalls besser aus. Immer wieder müssen Gäste unter Zeitdruck zum Abschluss kommen und scheitern vermehrt an Mario Huhnstock zwischen den Pfosten.

Großwallstadt erzielt clevere Tore

Der BHC ist nun da, wo er hin möchte. Und die Lautstärke in der Halle nimmt massiv zu. Fast springt der Funken über. Nur der letzte kleine Schritt misslingt. Ein Tempogegenstoß landet im Aus. Karason dreht den Ball von Außen an den Pfosten, und Kristian Nippes scheitert, nachdem er mutig die Verantwortung übernommen hat. Hätten die Angriffe ein erfolgreiches Ende gefunden, wäre es zu einer dramatischen Endphase gekommen. So jedoch nutzen die starken Großwallstädter mit cleveren Toren immer wieder die Gelegenheit, Ruhe einkehren zu lassen. Die Gäste halten den BHC bis zum Spielende bei mindestens vier Toren Rückstand und verhindern damit, dass die Begegnung eine Eigendynamik bekommt, die letztlich wohl dem Heimteam mehr genutzt hätte.

Die erhoffte Überraschung ist zwar ausgeblieben, aber das sei kein Grund zur Enttäuschung. "Wir müssen lernen, dass eine Halbzeit auf Erstliga-Niveau nicht ausreicht. Aber wir und unser Umfeld dürfen jetzt nicht in Frustration oder gar Depression verfallen", meint BHC-Manager Stefan Adam im Hinblick auf den impulsiven Bergischen Charakter. Die Leistung in der zweiten Hälfte macht schließlich Mut für die kommenden Aufgaben.

Stimmen zum Spiel auf Video unter

(trd)