Bergischer HC: Jan Artmann beendet Handball-Laufbahn

Bergischer HC : Jan Artmann beendet Handball-Laufbahn

Aufgrund eines Hüftleidens wird der Linksaußen des Bergischen HC die Rolle wechseln. Der 26-Jährige bleibt dem Verein erhalten und übernimmt beim designierten Handball-Erstligisten die Funktion des Team-Assistenten.

Es war bei allen Beteiligten deutlich spürbar, dass dieser Schritt schmerzt. Beim obligatorischen Spieltag-Pressegespräch des Bergischen HC war mit Jan Artmann auch ein Profi des erfolgreichen Zweitliga-Teams dabei, der auf sein Kommen gerne verzichtet hätte. Denn Beirat Jörg Föste hatte bezüglich des Linksaußen eine schlechte Nachricht parat: "Jan wird uns über die Saison hinaus nicht mehr als Spieler zur Verfügung stehen". Seit längerer Zeit plagen den 26-Jährigen Probleme an der linken Hüfte. So stark, dass das Ende der Karriere die zwingende Konsequenz ist. Föste servierte aber auch ein Trostpflaster und stellte Artmann als zukünftigen Teamassistenten vor. "Ich freue mich, in neuer Rolle Teil des Vereins zu bleiben", sagte Artmann.

2012 kam der frühere Düsseldorfer zu den Löwen, durfte direkt den Aufstieg in die Erste Liga feiern. In der Folgezeit avancierte "Poldi" zu einer zuverlässigen Kraft auf dem linken Flügel - Ausdruck seiner Wertschätzung durch die Verantwortlichen des BHC war die Vertragsverlängerung bis 2020. Zur Erfüllung als Spieler wird es dazu nicht kommen. Über Wochen und Monate hinweg war der Verein um Geschäftsführer Philipp Tychy bei der Analyse des Befundes und Behandlungsmöglichkeiten bemüht - bis zur Entscheidung, den Rücktritt vom aktiven Sport zu vollziehen.

"Eine Zeit lang war es mit Profisport noch gut vereinbar. Aber schon seit Ende Januar habe ich mich schlechter gefühlt", blickt Jan Artmann zurück. Des großen Zuspruchs von Familie und Freunden durfte er sich sicher sein. Und der Hilfe des Vereins. Artmann: "Das war eine Riesenunterstützung, einmalig." Der Student (Sport, Wirtschaftswissenschaft in Wuppertal) hatte stets hohe Ansprüche an sich selbst gestellt. Die waren plötzlich zu hoch. "Ich habe nicht mehr die Leistungen bieten können, die mich dauerhaft zufriedenstellen", musste sich Jan Artmann eingestehen - und wird wohl am Freitag ab 19 Uhr mit einem besonderen Gefühl zum ersten Aufstiegsmatchball in die vermutlich ausverkaufte Klingenhalle einlaufen. Rund 100 Karten sind für die Partie gegen Wilhelmshaven noch erhältlich.

Dass rund um den beliebten Löwen mit der Trikotnummer 17 nicht das totale emotionale Tief entsteht, dafür sorgt eben Teil zwei der Botschaft von Jörg Föste. Artmann soll Teamassistent werden und damit viele Dinge rund um die Mannschaft erledigen. Hotel- und Busbuchungen, Hallenbelegungen hier und bei Auswärtsspielen, Wohnungen, Amtsfragen - die Palette ist wahrlich breit. Zum Teil wurden diese Dinge bisher von Trainer Sebastian Hinze erledigt. Jan Artmann wird den Job hauptamtlich ausüben und bei der insgesamt knappen Aufstellung im Verein für Entlastung sorgen.

Ab der neuen Spielzeit tut Artmann das auch im Sinne seinen bisherigen Positionskollegen Milan Kotrc und eines weiteren Linksaußen. "Wir werden nicht alleine mit Milan in die Saison gehen", stellt Jörg Föste Ersatz in Aussicht. Zum konkreten Transfer und einer weiteren möglichen Ergänzung des Kaders werde man sich aber erst nach Erreichen des Saisonziels äußern.

Dieses könnte am Freitag gegen 20.30 Uhr erreicht sein, mit einem Sieg wäre das Hinze-Team nicht mehr einzuholen.

(RP)
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