Bergischer HC : Interne Lösung

Sebastian Hinze soll den Neuaufbau beim Handball-Zweitligisten Bergischer HC anführen. Trotz prominenter Trainer-Kandidaten fiel die Entscheidung zu Gunsten des 33-jährigen Sympathieträgers.

Manager Stefan Adam brachte es auf den Punkt: "Die dreiwöchige Irrfahrt quer durch Europa ist endlich zu Ende. Und wir sind über diese Entscheidung einfach nur froh." Seit gestern Nachmittag ist es offiziell, die Zweitliga-Handballer des Bergischen HC haben endlich einen neuen Trainer. Es ist ein alter Bekannter: Sebastian Hinze wird sich in den kommenden beiden Jahren (Vertrag bis 2014) um den Neuaufbau der Mannschaft kümmern. Hinze soll dem Team einen neuen Geist einhauchen und die Rückkehr ins Oberhaus anpeilen. Und dass sich der BHC-Sympathieträger gegen so prominente Kandidaten wie Richard Ratka, Patrekur Johannesson, Jan Gorr oder Emir Kurtagic durchsetzte, freut besonders Adam: "In allen Gesprächen waren wir von seinen Vorstellungen und Ideen überzeugt. Seppel hat mit seiner Übernahme der Jugend und der zweiten Mannschaft bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt, was er leisten kann."

Bergischer HC: Interne Lösung
Foto: Eisenhuth, Gregor

Während man sich im Lager der Profis über die so wichtige Weichenstellung freut, verlässt Hinze jedoch mit einem weinenden Auge die Amateurabteilung: "Das war für mich schon ein schwerer Gang, vor meine Oberliga-Truppe zu treten. Doch auch aus diesen Reihen habe ich durchweg Zuspruch und Unterstützung erfahren." Hinze hinterlässt bei den Amateuren ein bestelltes Feld, alle Jugendmannschaften spielen wieder in den höchsten Klassen. Aber Hinze wäre nicht Hinze, würde er nicht schon Ausschau nach einem geeigneten Nachfolger halten. "Zuerst einmal übe ich diese Funktion noch bis zum 30. Juni aus. Mir ist das enorm wichtig, dass wir den eingeschlagenen Weg kontinuierlich weitergehen", sagt der angehende A-Lizenz-Inhaber — lediglich das Ergebnis der zweiten Klausur zur A-Lizenz steht noch aus.

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Rückkehr zur BHC-Familie

Hinze trug noch niemals ein anderes Trikot als das einer Wuppertaler oder Solinger Mannschaft. Dieses Bodenständige spricht für den ehemaligen Kreisläufer, der dank seiner Kampfkraft und Einsatzbereitschaft immer zu den Publikumslieblingen zählte. Seine aktive Karriere wird Hinze jetzt aber endgültig beenden. So schloss er Spekulationen über ein Mitwirken im Oberliga-Team gestern auch kategorisch aus.

Mit viel Freude, hoher Glaubwürdigkeit, größter Akribie und gnadenloser Konsequenz möchte der neue Trainer das BHC-Team wieder auf Kurs bringen. "Wir wollen wieder zurück zu den Wurzeln. Das Gemeinschaftsgefühl im Verein soll zu allererst gestärkt werden." In Einzelgesprächen mit den Spielern möchte Hinze bereits in den kommenden Tagen erste Grundlagen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit legen. Im übrigen wird Hinze in der kommenden Saison auf einem Co-Trainer verzichten. Allerdings soll Chrischa Hannawald weiterhin zwei Mal in der Woche mit den Torhütern arbeiten.

(lhep)