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Bergischer Hc: In Unterzahl macht die BHC-Abwehr ernst

Bergischer Hc : In Unterzahl macht die BHC-Abwehr ernst

Handball-Zweitligist Bergischer HC baut mit dem 32:28-Erfolg gegen den TuS Ferndorf seine Siegesserie auf fünf Spiele aus.

Die erste Wahl in Sachen Deckungssystem ist beim Bergischen HC die kompakte 6:0-Variante. In der Rückrunde hat der Handball-Zweitligist zwar schon das eine oder andere Mal auf eine andere Taktik zurückgegriffen – aber noch nie von der ersten Minute an, um sich am Gegner zu orientieren. Sebastian Hinze entschied sich für die 5:1-Abwehr mit Christian Hoße als Positionsverteidiger, weil er ewig langen und zermürbenden Angriffen des TuS Ferndorf vorbeugen wollte. Wie diese aussehen können, bekam der Tabellenzweite in der proppenvollen Sporthalle in Kreuztal Mitte der zweiten Halbzeit vorgeführt. Da allerdings konnten die Löwen geduldig verteidigen und verteidigen und verteidigen, weil sie zu diesem Zeitpunkt bereits komfortabel mit sieben Treffern in Führung lagen (47. /27:20).

Tatsächlich machten die abstiegsbedrohten Siegerländer genau das, was sich der Löwen-Coach erhofft hatte. Die Aktionen Richtung Tor wurden früh gesucht, nur sie waren in der Anfangsphase ohne Fehlversuch von Erfolg gekrönt. Mit blitzschnellen Aktionen wurde die BHC-Abwehr bis zum 5:2 jedes Mal ausgehebelt. Als der grippegeschwächte Christian Hoße signalisierte, dass er eine Pause benötigen würde (14.), probierte es Sebastian Hinze noch ein paar Minuten mit Jan Artmann auf der Deckungsspitze. Nach zwei einfachen Treffern in Folge zum 11:10 durch Julian Schneider und Moritz Barkow jeweils vom Kreis erkannte der Löwen-Trainer, dass die Zeit für Veränderungen gekommen war (17.).

Greifen konnte sie allerdings nicht, weil zwei Zeitstrafen kurz nacheinander gegen Michael Hegemann und Fabian Bohnert gepfiffen wurden. Die Unterzahl bedeutete das Signal, eine Schippe draufzulegen. Die jeweils fünf verbleibenden Feldspieler bewegten sich für sechs und ließen mit Unterstützung von Mario Huhnstock keinen Gegentreffer zu. Der eingewechselte Keeper parierte nach einem Siebenmeter von Marijan Basic auch noch einen freien Wurf von Julian Schneider. Auf der Gegenseite waren Jan Artmann per Tempogegenstoß, Jiri Vitek mit einem Glückstreffer und Viktor Szilágyi mit einem beherzten Solo treffsicherer. Alexander Oelze legte nach Ablauf der zweiten Zeitstrafe per Siebenmeter noch das vierte Tor in Serie nach – der BHC schien die Begegnung mit der ersten Vier-Tore-Führung in den Griff bekommen zu haben (26. / 16:12.).

Wäre da nicht der Fehlstart nach Wiederbeginn gewesen. Innerhalb von nur fünf Minuten war das Polster aufgebraucht. "Wenn Hege das Ding rein gemacht hätte, wäre alles in Ordnung gewesen", urteilt Sebastian Hinze. Michael Hegemann allerdings scheiterte mit der ersten Angriffsaktion in Halbzeit eins an dem gerade zwischen die Ferndorfer Pfosten gewechselten Max Hamers. "Ich hatte in dieser Phase das Gefühl, dass wir zu schnell zu viel wollten." Aus diesem Grund bat Hinze nach dem 18:18-Ausgleich bereits in der 35. Minute zur Auszeit. "Zum Glück kommt dann immer irgendjemand, der die Situation bereinigt. Das zeichnet uns aktuell aus."

In diesem Fall war es Emil Berggren, der sich den unbedrängten Wurf aus der Distanz nahm und es unhaltbar für Hamers zum 19:18 krachen ließ. Dass die Bergischen abermals in Unterzahl zum entscheidenden Zwischenspurt ansetzten, war bezeichnend für das Duell mit dem Tabellenvorletzten. "Es ist im Moment mehr Herz als Taktik", sagt Sebastian Hinze über die Abwehrarbeit. Die Leidenschaft und Bereitschaft, um jeden Ball zu kämpfen, wurde belohnt mit sechs Treffern in Serie zum besagten 27:20. Erst in den fünf Schlussminuten wurde den Ferndorfern etwas Ergebniskosmetik gestattet, als die Partie längst entschieden war.

(RP)