Bergischer Hc: Im Spiel vergisst Maxi Hermann seine Schulter

Bergischer Hc : Im Spiel vergisst Maxi Hermann seine Schulter

Seit Ende Oktober wirbelt der 21-jährige Österreicher beim Bergischen HC im Rückraum, als ob er keine Begegnung verpasst hätte.

Maximilian Hermann wusste um die Besonderheit seiner Operation. Und er hat auf die Prognose seines Arztes vertraut, acht Wochen nach der Glättung des Knochensporns und der Versetzung der Bizepssehne wieder ins Training einsteigen zu können. "Dann war ich hier und musste feststellen, dass dem nicht so war." Die Vorfreude auf sein erstes Engagement als Handballprofi im Ausland war dahin. "Es hat zwei Wochen gedauert, bis ich die Nachricht verdaut hatte, dass ich insgesamt sechs bis acht Monate ausfallen würde." Dann habe sich Hermann entschlossen, positiv in die Zukunft zu blicken.

Ausgerechnet die Verletzung von Spannmann Kristian Nippes bescherte "Maxi" Hermann Ende Oktober das Debüt im Trikot des Bergischen HC – fast auf den Tag genau ein halbes Jahr nach seiner Schulter-Operation. Vor der Heimpartie gegen die SG Flensburg-Handewitt hat Physiotherapeut Carsten Walonka nach Rücksprache mit Mannschaftsarzt Dr. Diederich von der Heyde signalisiert, dass der Österreicher sein Comeback vorverlegen könne. "In den Spielen merke ich nichts mehr. Man ist so fokussiert, dass man nicht daran denkt." Im Training hingegen spürt der 21-Jährigen ab und zu noch ein Ziehen, "weil man sich mehr auf sich konzentriert".

Maximilian Hermann ist angekommen in der Handball-Bundesliga. Auf Anhieb war der Linkshänder im Offensivspiel des Aufsteigers so präsent, als ob er keine Begegnung verpasst hätte. "Ganz am Anfang hatte ich noch etwas Respekt und war noch etwas verhalten. Weil es in der Mannschaft passt und alles ineinandergreift, ist das Handball spielen leicht." Der gebürtige Linzer ist froh, auf seinen Teamkollegen in der Nationalmannschaft gehört und den Weg zum Bergischen HC gefunden zu haben. Viktor Szilágyi hat ihm den Verein ans Herz gelegt. "Daher habe ich nicht lange überlegen müssen, als das Angebot kam."

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Im Alter von 16 Jahren hatte Maximilian Hermann dem Lockruf aus Deutschland noch widerstanden. Im Doppelpack hätte er mit seinem Bruder Alexander ans Handball-Internat nach Gummersbach wechseln können. "Das war uns jedoch noch zu früh. Wir wollten erst einmal die Schule zu Ende bringen." Die sportlichen Wege der Hermann-Zwillinge haben sich zwar inzwischen getrennt. Den Wunsch, irgendwann wieder in einer Mannschaft aufzulaufen, besteht immer noch. "Das Gute ist, dass wir uns auf unserer Position nichts wegnehmen." Alex Hermann ist Rechtshänder und agiert demnach im linken Rückraum. Zumindest im Nationalteam Österreichs können die Hermanns in naher Zukunft gemeinsam auf Torejagd gehen.

Die anstehenden Europameisterschaften in Dänemark bezeichnet der Linkshänder mit den flinken Beinen als den Höhepunkt seiner Karriere. "Ich hätte zwar auch nichts dagegen, im Januar ein paar Tage Urlaub zu machen. Aber wer weiß, wann sich Österreich noch einmal für eine EM oder WM qualifiziert."

(RP)
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