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Bergischer HC: Im Abstiegskampf ist der Gegner egal

Bergischer HC : Im Abstiegskampf ist der Gegner egal

Bei der 26:34-Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen spulte der Bergische HC eine Halbzeit lang seine nahezu beste Leistung ab. Die macht dem Handball-Erstligisten Mut für das heutige Schicksalspiel beim TV Emsdetten.

Wer hatte schon damit gerechnet, dass der Bergische HC gegen die Rhein-Neckar Löwen in der derzeitigen Situation auch nur den Hauch einer Chance haben würde. Die Badener stehen schließlich auf dem ersten Platz der Handball-Bundesliga vor dem THW Kiel. Nur das Torverhältnis trennt die beiden Mannschaften. Umso bemerkenswerter war die erste Halbzeit der Bergischen Löwen in der ausverkauften Wuppertaler Unihalle. Die Gastgeber machten fast alles richtig und brachten das Team, das so gerne Deutscher Meister werden möchte, damit gewaltig in Verlegenheit.

"Es ist uns gelungen, sie in Zweikämpfe zu verwickeln und ihren Spielrhythmus durcheinanderzubringen", blickt Michael Hegemann zufrieden zurück. Es war ein gutes Spiel des Abwehrchefs, der sich auch offensiv mit drei Toren einbrachte. "Klar geht es besser. Wir hätten auch mit zwei Toren Führung statt einem Unentschieden in die Halbzeit gehen können." Emil Berggren überdrehte ein wenig, nachdem ihm anfangs alles gelungen war. Der Schwede hatte auf dem Weg zur 9:7-Führung schnell fünf Tore auf seinem Konto, versuchte dann aber zu verbissen, der Partie vollends seinen Stempel aufzudrücken. Er nahm sich ein, zwei Würfe zu viel und tendierte dazu, auch aus wenig aussichtsreicher Lage abzuschließen. Trotzdem: Berggren absolvierte eine seiner besten Halbzeiten in jüngster Vergangenheit, was auch auf eine starke defensive Leistung zurückzuführen war.

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Mit dem 14:14 zur Pause durfte der BHC zufrieden sein. Die Löwen verpassten es aber, genauso effektiv weiterzumachen. Das lag freilich nicht nur an ihnen. Die Gäste stellten nun ihre hohe Qualität eindrucksvoll unter Beweis. Während einer guten Phase gingen die Rhein-Neckar Löwen mit 20:17 in Front, was den Anfang vom Ende bedeutete. Die Hausherren hatten in der ersten Hälfte so geduldig vor dem gegnerischen Tor agiert. Mehrere Male war die Truppe bei angezeigtem Zeitspiel erfolgreich gewesen. In Halbzeit zwei ließen sich Viktor Szilágyi und Co. von der Unruhe anstecken. Schnelle Abschlüsse spielten dem Gegner in die Karten, der die Tempogegenstöße, die er zu Beginn der Partie nicht bekommen hatte, souverän verwandelte.

20 Gegentore in den zweiten 30 Minuten ärgerten Max Weiß. "Ich bin nicht sicher, ob die Wurfauswahl oder die Qualität entscheidend war", meint der Kreisläufer. "Aber die zweite Halbzeit war schon krass." Zusammenfassend ist Weiß nicht zufrieden mit der Partie. "Es war das erste Heimspiel seit Wochen. Dazu befinden wir uns im Abstiegskampf. Da ist der Name des Gegners völlig egal." Dennoch will der Handballer das Positive mit in das Schicksalspiel beim TV Emsdetten nehmen. "Die erste Hälfte bringt Selbstvertrauen. Das wird uns in Emsdetten helfen."

Hegemann und Weiß sind sich einig, das mit den Emsdettenern zu rechnen ist. "Der TVE hat keinen Druck und kann als feststehender Absteiger befreit aufspielen", meint Hegemann. Zudem sorgt die Rivalität zwischen beiden Clubs für Motivation beim Gegner. "Wir wissen aber, dass wir besser sind. Das Hinspiel war schon ein gutes Omen", stellt Max Weiß klar. Geschäftsführer Jörg Föste bringt es auf den Punkt: "Wir haben heute gesehen, dass der BHC in die Bundesliga gehört." Der Beweis muss nun am Samstag folgen.

(trd)