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Bergischer Hc: Hinze sieht BHC gerüstet für Nettelstedt

Bergischer Hc : Hinze sieht BHC gerüstet für Nettelstedt

Im Pokal gab es eine Niederlage, aber in der Handball-Bundesliga wollen die Bergischen die Punkte zu Hause halten.

Den Anfahrtsweg dürfte der Busfahrer des TuS Nettelstedt-Lübbecke noch kennen: Vor einem Monat ist er schließlich schon einmal zur Solinger Klingenhalle gefahren, als das Achtelfinale im DHB-Pokal gegen den Bergischen HC anstand. Damals setzten sich die Gäste am Ende deutlich mit 32:26 durch. Morgen (19 Uhr) treffen sich beide Teams wieder in Solingen, diesmal geht es in der Handball-Bundesliga um Punkte. "Und die wollen wir zu Hause behalten", sagt BHC-Trainer Sebastian Hinze.

Vorsichtiger Optimismus ist durchaus angebracht, dass sich sein Team besser präsentiert als vor vier Wochen im Pokal oder zuletzt bei der 18:25-Niederlage in Wetzlar. Immerhin hat der BHC zwölf seiner 13 Punkte in der Liga zu Hause geholt, und die Kulisse dürfte mit knapp 2000 Zuschauern auch deutlich stattlicher ausfallen als die 800 Fans, die sich bei der Pokalpartie gegen Lübbecke in der Klingenhalle einfanden. Zudem gab es nach zwei englischen Wochen in Folge nun einmal unter der Woche kein Spiel, so dass sich der BHC entsprechend intensiv auf die Begegnung vorbereiten konnte. Wie wichtig das ist, war in Wetzlar gut zu beobachten, als die Bergischen mit der defensiven Abwehr der Gastgeber überhaupt nicht zurechtkamen, weil sie zuvor zweimal gegen offensiv ausgerichtete Deckungen gespielt hatten und sich dann in nur einer Trainingseinheit nicht neu einstellen konnten. "Man braucht einen guten Rhythmus und ein gutes Gefühl für die Angriffskonzeption", sagt Hinze. "Das muss man sich aber erarbeiten, und dafür braucht man Zeit. Die hatten wir in den englischen Wochen nicht. Da kommen wir erst in den nächsten Jahren mal hin, dass wir da schneller umschalten können. Das ist ein Lernprozess."

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Seine Lehren gezogen hat der Trainer auch aus der Pokalpleite von vor vier Wochen gegen den morgigen Liga-Gegner: "Ich habe mir das Spiel noch einmal angeschaut und auch was für die Jungs zusammengeschnitten", berichtet Hinze. "Da konnte man schon sehen, wie so ein Spiel laufen kann. Man hat bei Nettelstedt immer das Gefühl, dass die nicht alles investieren, aber trotzdem gewinnen. Das wirkt dann so, als wären die verwundbar, aber das ist ihre Stärke." So wie im Pokalspiel: "Bis zur 50. Minute hatte ich das Gefühl, dass die Abwehr steht - dann haben wir zwei Gegenstöße verworfen, die verwerten dagegen zwei und treffen zweimal aus dem Rückraum, und schon waren wir mit vier Toren hinten", erinnert sich Hinze. "Da haben wir den Kopf hängen lassen. Das darf diesmal nicht passieren. Wir müssen 60 Minuten Gas geben und immer an unsere Chance glauben." Dabei weiß der Trainer, dass Nettelstedt eine "enorme Qualität im Rückraum hat und dieses Jahr in Nikola Blazicko einen überragenden Torwart".

Beim BHC fehlt weiterhin Spielmacher Viktor Szilágyi, dessen gebrochener Daumen in zwei Wochen noch einmal geröntgt wird. "Wenn er wieder ganz ist, spielt er wieder", sagt Hinze über seinen wichtigsten Spieler, dessen Fehlen sich in Wetzlar bei nur 18 erzielten Toren deutlich bemerkbar machte. "Da stand uns der Wille ein bisschen im Weg, weil jeder mit Ball etwas versucht hat", erklärt Hinze. "Dafür sind wir aber nicht gut genug. Mannschaftstaktisch ging das völlig in die Hose. Vielleicht fehlte uns die Spritzigkeit. Es gibt Erklärungen, aber keine Entschuldigungen - und mit dem Spiel waren wir nicht zufrieden." Das soll sich morgen natürlich ändern und die Heimstärke soll es richten. Hinze: "Zu Hause schaffen wir es, uns zu emotionalisieren. Und wir haben Mannschaften mit der Qualität zu Hause schon Probleme bereitet. Wir können selbstbewusst auftreten."

(ame)