Bergischer HC : Heiß auf den Klassenerhalt

Mit Carlos Prieto hat der Bergische HC einen erfahrenen Handballer für das Abwehrzentrum verpflichtet. Der Spanier ist gut angekommen, hat sein erstes Training absolviert und soll bereits am Mittwoch im Erstligaspiel in Großwallstadt das BHC-Trikot tragen.

Am vergangenen Mittwoch ging alles ganz schnell. In Windeseile musste Carlos Prieto den Papierkram erledigen, um am letzten Tag vor Ende der Wechselfrist von RK Celje aus Slowenien ins Bergische Land zu wechseln. "Ich musste 15 Sekunden überlegen, als ich das Angebot am späten Dienstag Abend bekam", sagt der spanische Nationalspieler. Zu gerne wollte er wieder in der Bundesliga antreten. "In Celje gab es finanzielle Probleme", räumt der Kreisläufer ein. Auch deshalb kommt das Engagement zum perfekten Zeitpunkt.

Ob sich der Bergische HC und Carlos Prieto gesucht und gefunden haben, werden die kommenden Wochen zeigen. Zunächst sieht es danach aus. Der Handball-Bundesligist benötigt Stabilität und Erfahrung, um den Klassenerhalt zu schaffen. Der Spanier sucht die Herausforderung. "Wie meine persönliche Zukunft aussieht, warte ich einfach ab. Ich bin bereit, hier alles für den Verbleib in der Bundesliga zu geben", meint Prieto. Ganz so gerne erinnert sich der 32-Jährige nicht an seine erste Phase im Oberhaus zurück. Bei den Rhein Neckar Löwen lief es in der Saison 2009/10 wenig optimal. "Wir hatten damals drei Kreisläufer, und ich bin unter dem Trainer nicht viel zum Einsatz gekommen. Das Verhältnis war etwas komisch", erklärt Prieto, der ansonsten von der Professionalität der Bundesliga beeindruckt ist.

Beim Bergischen HC darf sich der dreifache Champions League-Sieger sicher sein, dass er eingesetzt wird. Allerdings wird er nicht Hendrik Pekeler als ersten Kreisläufer verdrängen. "Das ist auch nicht der entscheidende Grund, warum wir ihn verpflichtet haben", sagt BHC-Coach HaDe Schmitz. "Wir haben ihn hauptsächlich für das Abwehrzentrum geholt, wobei ich mir natürlich auch vorstellen kann, dass er im Angriff spielt." Schmitz denkt dabei an Phasen, wenn Hendrik Pekeler eine Pause benötigt, oder Situationen, in denen sowohl Pekeler als auch Prieto nach vorne laufen. Dafür kommen schnelle Gegenzüge in Betracht oder taktische Winkelzüge mit zwei Kreisläufern, wenn der Gegner zum Beispiel mit einer 3-2-1-Deckung agiert. HaDe Schmitz hat Carlos Prieto sorgfältig ausgewählt. "Ich habe mir speziell noch einmal Europacup-Spiele mit ihm angesehen und bin zuversichtlich, dass er uns helfen wird."

Wie lange Carlos Prieto im Bergischen bleiben wird, ist noch nicht gewiss. Grundsätzlich scheint für Verein und Spieler eine Verlängerung des Engagements über den Sommer hinaus interessant, doch es herrscht Einigkeit darüber, dass beide Seiten zunächst einmal schauen möchten, was sie voneinander haben. "Das ist auch jetzt gar nicht so wichtig", stellt der Spanier klar. "Ich bin jetzt heiß darauf, zu spielen. " Von seinen neuen Mitspielern kennt Prieto im Übrigen nur einen etwas besser. Kenneth Klev spielte nicht im gleichen Verein, doch von 2005 bis 2007 gemeinsam mit Prieto in der spanischen Ersten Liga.

(trd)