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Handball: MT Melsungen bleibt Angstgegner des Bergischen HC

Handball-Bundesliga : BHC läuft Rückstand erfolglos hinterher

Der Bergische HC verpasste es bei der 25:28 (12:15)-Niederlage gegen die MT Melsungen, das Spiel zu kippen. Ein Faktor war Nebosja Simic.

Unterschiedlicher hätten die Vorzeichen vor dem Erstliga-Duell zwischen der MT Melsungen und dem Bergischen HC nicht sein können. Während sich die Löwen nach dem jüngsten Lastminute-Sieg gegen die TSV Hannover-Burgdorf (28:27) den Druck nach zuletzt drei Niederlagen zum Jahresstart genommen haben, überschlugen sich bei den Nordhessen die Ereignisse.

Am Dienstag war der bisherige Trainer Heiko Grimm freigestellt worden, bereits am Mittwoch präsentierte der Tabellensiebte Gudmundur Gudmundsson als neuen Coach. Am Donnerstag standen allerdings noch der bisherige Co-Trainer Arjan Haenen und der dienstälteste MT-Profi Felix Danner in der Verantwortung beim BHC-Kontrahenten.

Von der erwarteten (Übermotivations-) Aggressivität der Melsunger war wenig zu spüren, auch wenn die Schiedsrichter bis zur 11. Minute bereits alle drei Gelbe Karten gezeigt und auch eine Zeitstrafe verhängt hatten. Der BHC war gut eingestellt und erarbeitete sich in der Anfangsphase mehrere gute Wurfchancen – um trotzdem schnell mit 1:4 in Rückstand zu liegen. Kristian Nippes traf die Latte, im Folgeangriff scheiterte er beim Abschluss nach Schneller Mitte an MT-Keeper Nebosja Simic. Und auch Linus Arnessons Abschluss knallte anschließend nur an den Pfosten.

Fortan hatten die Bergischen etwas mehr Glück mit dem Aluminum. Nach Fabian Gutbrods Knaller an die Unterkante der Latte landete der Ball ganz knapp hinter der Linie (3:5). Alexander Weck reihte sich zwar in die Reihe der Lattentreffer ein, immerhin blieb dieses Mal der Ball nach dem Abpraller in BHC-Reihen. Weck bediente in Überzahl Arnor Gunnarsson auf Rechtsaußen, der Nebosja Simic zum 4:5 überwand (8.).

Dass sich die Melsunger schnell wieder ihre Drei-Tore-Führung zurückholten und diese bis zum Gang in die Kabine transportierten, lag an mehreren Faktoren. Zwei ungewohnte technische Fehler beim Tempospiel von Routinier Csaba Szücs, zwei Fehlversuche von Jeffrey Boomhouwer bei freien Würfen von Linksaußen sowie Probleme mit den Sperren von MT-Kreisläufer Marino Maric standen genauso auf der BHC-Negativliste wie die zehn Paraden von Nebosja Simic in Hälfte eins.

Dem gegenüber standen auf der positiven Seite drei Aktionen von Lukas Stutzke, der die Löwen in der Endphase der ersten Halbzeit vor einem höheren Rückstand bewahrte. Der Rückraumspieler erzielte zwei Treffer in Folge (8:12 / 9:12) und holte zudem den Siebenmeter heraus, den Alexander Weck zum zwischenzeitlichen 10:12 (25.) verwertete.

Bereits im ersten Abschnitt hatte Sebastian Hinze viel gewechselt, um im Positionsangriff seine optimale Formation zu finden. Fast schien es so, als ob Linus Arnesson, Ragnar Johansson und Lukas Stutzke das perfekte Rückraum-Trio gewesen wäre. Nach zwei souverän erspielten Treffern endeten die beiden Folgeangriffe im Block beziehungsweise im Passivspiel. Zu allem Überfluss sah Arnor Gunnarsson nach einem unnötigen Griff in den Wurfarm des bei einem Tempogegenstoß enteilten Lasse Mikkelsen die Rote Karte. Den fälligen Strafwurf verwandelte der Gefoulte selbst zum 20:16 (42.).

Die Löwen mussten sich im zweiten Abschnitt jedes Tor hart und geduldig erkämpfen. Gelegenheit, ihr Tempospiel aufzuziehen, bekamen sie kaum. Zum einen schlossen die Melsunger fast jeden Angriff erfolgreich ab, zum anderen zeigten sie ein deutlich besseres Rückzugsverhalten als noch vor dem Seitenwechsel. Und auch wenn Christopher Rudeck zwischen den BHC-Posten einige gute Paraden verzeichnete, stand er deutlich im Schatten seines Gegenübers Nebosja Simic.

Die Minuten und Sekunden verstrichen, ohne dass der BHC noch einmal so nah heran gekommen wäre, um das Spiel kippen zu können. Nach Stefan Salgers 26:22 (57.) ordnete Sebastian Hinze in einer Auszeit eine 4:2-Deckung an – eine taktische Maßnahme, die in der Kürze der Zeit nicht mehr zum Erfolg führen konnte. Die MT Melsungen siegte mit 28:25 und bleibt einer der Angstgegner des Bergischen HC in der Ersten Liga.