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Handball-Bundesliga: Pokalsieger TBV Lemgo lässt Bergischer HC keine Chance

Handball-Bundesliga : Pokalsieger lässt BHC keine Chance

In vielen Bereichen fehlte es beim Bergischen HC an Qualität, um dem TBV Lemgo Lippe an diesem Abend ein ebenbürtiger Gegner sein zu können. Viele Technische Fehler und Fehlwürfe führten zu einer 23:31 (12:17)-Niederlage.

Die letzten beiden Begegnungen des Bergischen HC in der Handball-Bundesliga hatten jeweils einen hohen Spannungswert in den Schlussphasen. Nach dem Heimerfolg in letzter Sekunde gegen den TSV GWD Minden  (29:28) und der knappen Auswärtsniederlage beim SC DHfK Leipzig (25:27) deutete in Lemgo schon zur Halbzeit wenig darauf hin, dass sich ein drittes Mal in Folge erneut ein Zitterspiel entwickeln könnte.

Ohne etatmäßigen Rechtsaußen, ohne Leistungsträger Max Darj im Innenblock und am Kreis sowie ohne den kurz vor Spielbeginn mit Rückenproblemen ausgefallenen Fabian Gutbrod gerieten die Löwen beim TBV Lemgo Lippe früh in Rückstand. Einen Fehlwurf von Linus Arnesson, einen  Technischer Fehler und eine starke Parade von Keeper Peter Johanesson bei einem weiteren Arnesson-Wurf machte sich der frisch gebackene Überaschungs-Pokalsieger zu nutze, um mit viel Tempo eine 6:2-Führung herauszuspielen (8.).

Im Anschluss reduzierte der BHC für eine kurze Phase seine Fehlerquote, und die Chancen wurden konsequent verwertet. Alexander Weck, der in der Anfangsphase im linken Rückraum agierte, hatte starke Szenen und steuerte zwei Treffer bei. Das dritte Tor bei der kleinen Serie zum 5:6 ging auf das Konto von Tomas Babak.

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Nach den fünf starken Minuten des Bergischen HC machten die Lemgoer vor 500 Zuschauern in der Phoenix Contact Arena deutlich, warum sie im Final Four-Turnier des DHB-Pokals erst den THW Kiel und dann die MT Melsungen hinter sich gelassen haben: Sie stellten den Kontrahenten mit ihrer beweglichen Abwehr vor Probleme im Positionsangriff, sie nutzten jeden Ballgewinn mit hohem Tempo aus, und sie machten jeden eigenen Fehler mit einem glänzenden Rückzugsverhalten wett.

BHC-Tore nach Tempogegenstößen, Zweiter Welle oder Schneller Mitte waren während der gesamten Spielzeit die absoulte Ausnahme – auch weil die Chancen, wenn sie sich einmal boten, leichtfertig vergeben wurden. Nach zwei halbherzigen Abschlüssen der Zweiten Welle forderte Trainer Sebastian Hinze in einer Auszeit folglich „mehr Kontrolle im Tempospiel“.  Isaias Guardiola und Bjarki Elisson hatten gerade zuvor mit leicht erzielten Treffern bei Tempogegenstößen die Vier-Tore-Führung wieder hergestellt (15. / 9:5).

In einigen Begegnungen zuvor war es Tomas Mrkva gewesen, der den Bergischen HC mit seinen Paraden entweder im Spiel gehalten oder die Basis für eine Aufholjagd geliefert hatte. Mitte der ersten Halbzeit zeichnete sich der tschechische Schlussmann mehrfach in Folge aus und verhinderte mit den abgewehrten Würfen von Andreas Cederholm, Bjarki Mar Elisson (Siebenmeter) und Bobby Schagen, dass sich die Gastgeber schon jetzt weiter absetzen konnten.

Obwohl Tom Kare Nikolaisen in Überzahl zwischenzeitlich auf 8:10 verkürzte, gab das Team von Trainer Florian Kehrmann die Kontrolle nicht ab. Im Gegenteil. Während der Pokalsieger nahezu fehlerfrei agierte, zogen sich die Abschlüsse mit B-Qualität im Tempospiel oder die Fehlpässe direkt in die Hände des Gegners wie ein roter Faden durch das Spiel des Tabellenelften.

Mit dem Fünf-Tore-Rückstand zur Halbzeit (12:17) waren die Bergischen noch gut bedient – wie der Verlauf der zweiten Hälfte zeigen sollte. Nur acht Minuten nach Wiederbeginn war der Rückstand auf neun Treffer angewachsen (15:24), nach 60 Minuten spiegelte das Endresultat von 23:31 die Überlegenheit des TBV Lemgo an diesem Abend auch in der Höhe wider. Zwischenzeitlich hatte der BHC-Rückstand sogar zehn Treffer betragen.

Trotz aller kämpferischen Bemühungen bekamen die Löwen in der Deckung nicht ausreichend Zugriff. „Unser Spiel war überhaupt nicht das, was wir auf die Platte bringen wollen“, bilanzierte Sebastian Hinze nach der ernüchternder Niederlage im sky-Interview. Vor allem die hohe Anzahl an Fehlern im Positionsspiel standen in der Kritik des BHC-Cheftrainers.