Handball-Bundesliga: Bergischer HC vergisst in Göppingen das Tempospiel

Handball-Bundesliga : BHC vergisst in Hälfte zwei das Tempospiel

Nach einer souveränen Vorstellung bis zur 22. Minuten verliert der Bergische HC bei Frisch Auf Göppingen mit 22:28 (13:13) – und rutscht nach der achten Niederlage im neunten Spiel in der Tabelle auf Rang 13 ab.

Die EWS-Arena war in den vergangenen Jahren immer ein gutes Pflaster für den Bergischen HC. Am Donnerstagabend gelang es nicht, die positive Bilanz noch weiter zu verbessern, obwohl die Löwen in der ersten Hälfte zwischenzeitlich mit 13:8 geführt hatten. Die Partie im Spielfilm.

3. Minute Der BHC erwischt einen Start nach Maß. Zwei schwache Abschlüsse auf Göppinger Seite beantworten die Löwen jeweils mit hohem Tempo. Konsequent wird die Zweite Welle bis zum Abschluss zu Ende gespielt. Beim 2:0 und 3:0 bedient Kristian Nippes beide Male Yannik Fraatz auf Rechtsaußen mit dem entscheidenden Pass.

9. Minute Die frühe Auszeit von Frisch Auf-Coach Hartmut Mayerhoffer zeigt keine Wirkung. Nach dem 1:5 sind die Göppinger lediglich per Siebenmeter erfolgreich, während Lukas Stutzke (2) und Jeffrey Boomhouwer das Ergebnis mit drei sehenswerten Treffern in Serie auf 6:2 stellen.

13. Minute Sobald die Löwen in den Positionsangriff geraten, stehen sie einer kompakten Göppinger Deckung gegenüber. Fast jedes Mal heben die Schiedsrichterinnen den Arm zum passiven Spiel, weil sich keine Lücke zum freien Wurf aus der Distanz oder einem Durchbruch wie von Tomas Babak zum 9:5 auftut. Die Schwaben nutzen die Gelegenheit, um mit einer nun besseren Wurfauswahl auf 7:9 zu verkürzen.

20. Minute Yannik Fraatz war zuvor schon mit einem freien Wurf beim Tempogegenstoß-Abschluss an Daniel Rebmann gescheitert. Jetzt findet auch Arnor Gunnarsson beim Siebenmeter seinen Meister in dem FAG-Keeper. Ein Pfostentreffer von Nemanja Zelenovic sowie ein leichter Ballverlust spielen dem BHC in dieser Phase allerdings in die Karten – der gerade eingewechselte Linus Arnesson aus dem Rückraum und Yannik Fraatz nach einem weiteren Zweite Welle-Treffer stellen den Abstand wieder auf fünf Tore (13:8).

27. Minute In der Endphase der ersten Halbzeit wird Daniel Rebmann ein immer größerer Faktor. Erst glänzt der Schlussmann bei einem freien Wurf von Jeffrey Boomhouwer nach einem Abpraller, anschließend entschärft er einen Versuch von Linus Arnesson aus dem Rückraum. Auch deshalb bleiben die Löwen mehr als acht Minuten ohne Torerfolg, so dass der Vorsprung wenige Sekunde vor dem Seitenwechsel verspielt ist, als Jacob Bagersted der 13:13-Ausgleich gelingt.

32. Minute Mit Wiederbeginn setzt BHC-Coach Sebastian Hinze auf drei neue personelle Impulse. Christopher Rudeck rückt zwischen die Pfosten, Sebastian Damm für Jeffrey Boomhouwer auf Linksaußen. Und im linken Rückraum nutzt Fabian Gutbrod seine ersten Einsatzsekunden sogleich zum ersten Treffer der zweiten Hälfte (14:13).

36. Minute Die Würfe von Linus Arnesson und Ragnar Johannsson haben gute Qualität, werden aber trotzdem von Göppingens Torhüter Daniel Rebmann abgewehrt. In der Defensive gesellt sich beim Stand von 16:18 Pech dazu, als sich Johannsson zwar einen Abpraller nach einer Parade von Christopher Rudeck angelt, dann aber den Pass im Rückwärtsfallen genau in die Hände von Tim Kneule spielt. Dieser bedankt sich und erhöht auf 19:16.

47. Minute Mit ihrer aggressiven Deckung zwingen die Schwaben den BHC in jedem Angriff ins drohende Zeitspiel – und es bietet sich kaum noch eine offene Wurfchance für den angeschlagenen Linus Arnesson, Kristian Nippes oder Fabian Gutbrod. Selbst als sich nach langer Zeit wieder eine Gelegenheit auf ein einfaches Tor bietet, unterläuft Kristian Nippes ein Fehlpass. Den Ballverlust bestraft Marcel Schiller mit dem 21:17.

59. Minute Die Löwen laufen dem Vier-Tore-Rückstand erfolglos hinterher, weil sie nicht mehr ihr in der ersten Hälfte so erfolgreich praktiziertes Tempospiel aufziehen können. Der letzte taktische Versuch, die Niederlage zu verhindern, ist die 5:1-Deckung mit Linus Arnesson auf der Spitze. Mit der deutlichen Führung im Rücken gelingen den Göppingern allerdings die selbstbewussten Aktionen und Tore, die am Ende einen zu hoch ausgefallenen 28:22-Erfolg bedeuten.