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Handball-Bundesliga: Bergischer HC unterliegt bei SC DHfK Leipzig nach Aufholjagd

Handball-Bundesliga : Wenn 1400 Zuschauer dem Gegner Kraft geben

Der Bergische HC steigert sich nach einem Sechs-Tore-Rückstand, um Anfang der zweiten Hälfte selbst mit drei Treffern in Führung zu gehen. Trotzdem holt sich der SC DHfK Leipzig mit 25:27 (12:13) beide Punkte.

Häufig schon haben sich der Bergische HC und der SC DHfK Leipzig in der Handball-Bundesliga knappe Duelle geliefert – fast immer allerdings mit dem besseren Ende für die Ostdeutschen. Nach der 29:30-Niederlage im Hinspiel schienen die Löwen vor rund 1400 Zuschauern in der Quarterback-Arena dieses Mal jedoch chancenlos zu sein. Knapp neun Minuten vor Ende der ersten Halbzeit betrug der Rückstand weiterhin sechs Tore (7:13).

BHC-Coach Sebastian Hinze hatte nach dem Ausfall von Arnor Gunnarsson ohnehin schon improvisieren müssen, weil mit dem Isländer nach Yannick Fraatz auch der zweite etatmäßige Rechtsaußen nicht zur Verfügung stand. Statt die Linkshänder Kristian Nippes oder Renars Uscins mit der Aufgabe zu beauftragen, agierte überraschend Jeffrey Boomhouwer auf der Position als Gunnarsson-Ersatz. Nach nur acht Minuten folgte die nächste Hiobsbotschaft, als Max Darj bei einer Abwehraktion mit Luca Witzke zusammenprallte. Mit einer Platzwunde am Kopf war an eine Rückkehr des Schweden aufs Spielfeld nicht zu denken.

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Dass es ein Alptraum-Start wurde, hatte zugleich mit der fehlenden Effektivität zu tun. Während die Leipziger nahezu jede Chance verwerteten, ließen die Bergischen nach Lukas Stutzkes 3:5 beste Möglichkeiten ungenutzt. Zwei Beispiele: David Schmidt verwarf einen Siebenmeter, Tom Bergner scheiterte vom Kreis mit einem freien Wurf an SC-Keeper Kristian Saeveraas.

Als Sebastian Hinze beim Stand von 3:9 seine erste Auszeit nahm (15.), tat er seiner Mannschaft kund, dass er in erster Linie nicht mit dem Engagement in der Abwehr einverstanden sei. Einen Impuls für den Angriff setzte er mit der Einwechslung von Kristian Nippes und Fabian Gutbrod. Mit der Neubesetzung im Rückraum war der BHC konkurrenzfähig – zumindest wuchs der Rückstand vorerst nicht weiter an.

Zugleich gewannen die Löwen mit jedem Treffer aber an Sicherheit, während der Tabellenneunte nach einer 13:7-Führung zunehmend die Kontrolle über das Spiel abgab. Während BHC-Keeper Christopher Rudeck bis zum Gang in die Kabinen kein Ball mehr passieren lassen musste, erzielten nacheinander Tom Kare Nikolaisen, Fabian Gutbrod (2), Sebastian Damm und Jeffrey Boomhouwer fünf Treffer in Serie. Nach dem Seitenwechsel gelang Fabian Gutbrod nicht nur sofort der 13:13-Ausgleich, der BHC setzte sich bis zur 37. Minute nach Treffern von Jeffrey Boomhouwer (2), Linus Arnesson und David Schmidt sogar auf 17:14 ab.

Angesichts der leeren Tribünen in fast allen Spielen der aktuellen Saison hat der Heimvorteil kaum eine Rolle gespielt. In Leipzig hat die Unterstützung der Fans in der zu einem Fünftel gefüllten Halle zumindest den Gastgebern in den entscheidenden Momenten zusätzlich Kraft gegeben, dem Bergischen HC wieder einmal beide Punkte abzuknöpfen. So war es nach den Paraden des eingewechselten SC-Keepers Joel Birlehm gegen Fabian Gutbrod und Jeffrey Boomhouwer (Siebenmeter) sowie dem darauf folgenden 19:19-Ausgleich durch Gregor Remke. So war es nach dem 26:25 durch Lukas Binder (57.) und einem erneuten abgewehrten Gutbrod-Wurf von Joel Birlehm 100 Sekunden vor Schluss, der den Ausgleich bedeutet hätte. Im Folgeangriff besiegelte Maciej Gebala unter tosendem Applaus den 27:25-Sieg  der Leipziger in einem in der zweiten Hälfte umkämpften Erstliga-Duell.