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Handball-Bundesliga: Bergischer HC mit Endspurt-Sieg gegen HSG Nordhorn/Lingen

Handball-Bundesliga : Bergischer HC feiert Endspurt-Sieg

Dritter Sieg im dritten Spiel: In einer bis in die Endphase ausgeglichenen Begegnung gegen die HSG Nordhorn/Lingen setzen sich die Löwen in der leeren Emsland Arena erst nach dem 24:24 entscheidend zum 31:26 (15:14)-Erfolg ab.

In der Regel bedeutet es im Handball einen Nachteil, nach einer Zeitstrafe in Unterzahl agieren zu müssen. Zum Saisonauftakt beim SC Magdeburg hatte der Bergische HC mit einem Akteur weniger in einigen Phasen schlecht ausgesehen, vorige Woche im Heimspiel gegen den HC Erlangen hatte sich das Team von Trainer Sebastian Hinze schon deutlich verbessert gezeigt. Und in der dritten Partie der noch jungen Saison wurde in der ersten Halbzeit eine Drei-Tore-Führung herausgeworfen, als in kurzer Folge erst Max Darj und dann Csaba Szücs jeweils für zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen mussten.

Es war die bis dahin beste Phase der Löwen in einer bis bis in die Endphase ausgeglichenen Begegnung gegen die HSG Nordhorn/Lingen. Das taktische Mittel, in der Offensive mit einem zusätzlichen Feldspieler zu agieren, ging auf. Tomas Babak bediente Tom Kare Nikolaisen am Kreis (6:6). Yannick Fraatz schloss an ehemaliger Wirkungsstätte einen Tempogegenstoß ab (7:6). Und David Schmidt donnerte den Ball aus dem Rückraum zum 8:6 ins Netz, nachdem Christopher Rudeck einen freien Ball von Pavel Mickal abgewehrt hatte.

Georg Pöhle hatte wenige Minuten zuvor den in den ersten beiden Saisonspielen überragend agierenden Löwen-Keeper Tomas Mrkva bei einem weiteren erfolglosen Versuch im Gesicht getroffen. Der Tscheche musste seinen Platz zwischen den BHC-Pfosten nach drei Paraden etwas benommen und mit Verdacht auf Gehirnerschütterung räumen. Rudeck, in dieser Spielzeit bislang nur einem Siebenmeter in Aktion gewesen, knüpfte mit seiner Leistung nahtlos dort an, wo sein Spannmann aufgehört hatte. Mit fünf Paraden in den ersten 30 Minuten hatte er seinen Anteil daran, dass die Löwen zur Halbzeit noch knapp in Führung lagen. Die zwischenzeitliche Vier-Tore-Führung (20. / 12:8) schmolz bis zum Halbzeitsignal auf 14:15, weil die Niedersachsen das gefürchtete Tempospiel des Kontrahenten mit gutem Rückzugsverhalten kontrollierten.

Vor leeren Rängen in der Lingener Emsland Arena hatte das letztjährige Schlusslicht der abgebrochenen Erstliga-Saison zudem den Rückraum des Bergischen HC auf den Halbpositionen in vielen Angriffen unter Kontrolle. Dafür streute Tomas Babak mit Sololäufen immer wieder wichtige Treffer ein. Der tschechische Nationalspieler, der nach dem kurzfristigen Ausfall von Linus Arnesson (muskuläre Probleme) auf der Mittelposition die alleinige Verantwortung trug, verhinderte so, dass die Nordhorner die Führung übernehmen konnten.

Julian Possehl hatte für die HSG letztmals ausgeglichen (53./24:24), als sich der BHC entscheidend in der Abwehr steigerte. Die Löwen waren im Kampf um den Ball nun deutlich bissiger und stibitzten den Niedersachsen zwei Mal das Spielgerät vor der Nase weg. Yannik Fraatz und Lukas Stutzke vollendeten ihre Tempogegenstöße zum 26:24 (54.). Die Schlussminuten nach Max Darjs 27:24 (56.) waren Schaulaufen – unter anderem mit den beiden Treffern von Csaba Szücs und Lukas Stutzke ins leere HSG-Gehäuse zum 31:26-Endstand. Die Nordhorner hatten mit einem Feldspieler noch einmal alles auf eine Karte gesetzt.