Handball-Bundesliga: Bergischer HC im Weihnachtsduell gegen Rhein-Neckar Löwen

Handball-Bundesliga : Ein Erfolgserlebnis würde dem BHC guttun

Nach dem 23:26 bei GWD Minden warten auf den Bergischen HC die Rhein-Neckar Löwen – am 2. Weihnachtstag im Düsseldorfer ISS Dome.

Enttäuscht kehrten die Bundesliga-Handballer des Bergischen HC aus Ostwestfalen zurück. Gegen GWD Minden kassierten die Löwen ihre vierte Niederlage in Folge. Beim 23:26 hatten die Löwen große Probleme im Abschluss. „Und im Stress haben wir dann einige ganz schlechte Entscheidungen getroffen“, blickt Rückraumspieler Fabian Gutbrod zurück. „So reicht es in der Bundesliga nicht. Minden hat nun wirklich auch kein besonders gutes Spiel gemacht.“

Zeit zum Nachdenken hat die Mannschaft nicht. Sie trainierte am Montagnachmittag und wird am 1. Weihnachtstag eine Einheit absolvieren, bevor am Donnerstag bereits die nächste Partie auf dem Programm steht. Der BHC empfängt die Rhein-Neckar Löwen um 16 Uhr im Düsseldorfer ISS Dome.

Eine deutliche Steigerung ist selbstverständlich nötig, um es dem Favoriten schwer zu machen. „Ich bin weit davon entfernt, die Leistung zu beschönigen“, erläutert Sebastian Hinze. „Aber positiv war, dass wir unsere defensive Stabilität nicht verloren haben. Das haben wir in solchen Spielen auch schon anders erlebt.“ Mit der Vorstellung im Angriff hadert der Coach aber auch knapp 24 Stunden nach der Niederlage. „Wir sind mit unserem nicht funktionierenden Spiel sehr schlecht umgegangen“, analysiert der Coach. „Uns fehlte diesmal der eine oder andere Spieler in richtig guter Form. Aber damit müssen wir klarkommen. Solche Tage gibt es.“

Stattdessen geriet die Truppe in eine Fehlerspirale, aus der sie nicht mehr herauskam. „Das eine ist, dass wir an dem Tag die Qualität nicht hatten und Malte Semisch im GWD-Tor zu 17 Paraden kam. Das andere – viel wichtigere – ist, wie wir darauf reagieren“, sagt Hinze, der sich in dieser Situation wünscht, dass sein Team die einfachen Dinge sehr gut und fokussiert erledigt. „Das bringt es kurz gesagt am besten auf den Punkt.“

Stattdessen fehlte der Rhythmus und „dadurch auch der letzte Punch im Abschluss“, wie der Trainer es formuliert. „Wir brauchen volle Überzeugung und Selbstvertrauen. Davon sind wir abhängig.“ Ob die Rhein-Neckar Löwen der richtige Kontrahent sind, um dies zurückzugewinnen ? „Unter Druck stehen wir nicht“, findet Rafael Baena Gonzalez. „Jedenfalls nicht, wenn es um das Ergebnis geht. Wir wollen natürlich trotzdem eine gute Leistung zeigen.“

Der spanische Kreisläufer trifft am 2. Weihnachtstag bereits zum fünften Mal mit dem BHC auf seine ehemalige Mannschaft. Auf einen Sieg wartet er noch. „Es ist immer wieder schön. Und es ist eine große Chance, uns stark gegen einen richtig guten Gegner zu präsentieren“, meint der 37-Jährige.

Die Mannheimer haben sich zuletzt nicht gerade überragend präsentiert. Einer 25:30-Niederlage in Lemgo folgte ein 32:28-Erfolg gegen Nordhorn-Lingen und ein 22:24 im Topspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt – es war die erste Niederlage in der heimischen SAP-Arena. Von einer schlechten Form will Fabian Gutbrod allerdings nichts wissen: „So gesehen sind alle Topteams derzeit nicht gut drauf. Sie stehen aber trotzdem oben.“ Womit der 31-Jährige recht hat. Sogar Spitzenreiter THW Kiel verlor zuletzt sensationell mit 20:27 gegen die HSG Wetzlar.

„Dass die Rhein-Neckar Löwen einen auf allen Positionen herausragenden Kader haben, ist klar“, sagt Hinze. „Wir müssen wieder sehen, was wir verteidigen wollen – und, was wir zulassen. Das ist uns gegen Magdeburg schon sehr gut gelungen.“ Beim 23:24 fehlte aber auch eines – das Erfolgserlebnis. Ein solches würde dem Bergischen HC guttun. Auch wenn die Chance am Donnerstag geringer ist als in Minden.

(Boll)