Handball-Bundesliga: Bergischer HC gegen Ludwigshafen

Handball-Bundesliga : Ein wichtiges Duell für den Bergischen HC

Der Handball-Erstligist hat schlechte Erinnerungen an die letzte Partie bei den Eulen Ludwigshafen, die 22:23 verloren ging.

In den letzten siebeneinhalb Minuten ist dem Bergischen HC in seinem jüngsten Bundesliga-Spiel gegen Frisch Auf Göppingen kein Tor mehr gelungen. Dem Handball-Erstligisten fiel nichts mehr ein, gab einen 25:22-Vorsprung aus der Hand und musste sich mit einem Remis begnügen.

Ähnlich lief es auch im Mai, als der BHC bei den Eulen Ludwigshafen zu Gast war. Damals erzielte Fabian Gutbrod das 22:20 in der 51. Minute, zum Schluss jubelten die Hausherren nach einem 23:22-Erfolg, der den Grundstein zum nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt zwei Wochen später legte.

Die Gründe für die ernüchternde Schlussphase der Löwen jedoch waren andere. Gegen Göppingen fehlte im Vergleich zum Gegner am Ende die individuelle Qualität, in Ludwigshafen „haben wir unsere Spannung nicht aufrecht erhalten können, als der Gegner das Normalmaß seiner Leistung erreicht hatte“, blickt Löwen-Trainer Sebastian Hinze zurück. Die Partie spiele in der Vorbereitung auf das anstehenden Duell am Donnerstag (19 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle) zwar keine große Rolle, doch sie ist noch präsent. „Die Eulen sind eine Mannschaft, die niemals aufhört. Das hatten sie uns an dem Nachmittag voraus – und diese Eigenschaft haben uns nur wenige voraus“, sagt Hinze.

Fest steht: So soll es nicht noch einmal laufen. „Es ist eines der Spiele, in denen wir den Anspruch haben, zu gewinnen“, meint Kapitän Kristian Nippes. Spielmacher Tomas Babak bedient sogar den Revanche-Gedanken: „Wegen den Eulen spielen wir nicht im Europapokal. Daher wäre es schon gut, dort zu gewinnen.“ Ein Punkt mehr hätte den BHC in der vorigen Saison auf den sechsten Platz gehoben und damit das EHF-Cup-Ticket gelöst.

Von solchen Überlegungen will sich Hinze hingegen gar nicht beeinflussen lassen. Auch der Gedanke, ob es sich um ein richtungsweisendes Spiel handelt, beschäftigt ihn nicht. „Fest steht, wir fahren dorthin, um zu gewinnen. Und ich bin mir sicher, dass es schwer wird, denn Ludwigshafen rechnet sich bestimmt viel gegen uns aus.“ Die Eulen, die weniger Spieler für Nationalmannschaften abstellen mussten als der BHC, hatten etwa zwei Wochen Zeit, sich akribisch auf die Löwen vorzubereiten.

Beim BHC begann die Vorbereitung auf den Gegner am Montagnachmittag. Linus Arnesson und Max Darj kehren nach ihren Einsätzen für Schweden sogar erst am Dienstag zurück. „In der vorigen Woche haben wir uns auf Athletik- und Individualtraining konzentriert“, erläutert Hinze. „Jetzt geht es in die taktische Vorbereitung.“

Mit Dominik Mappes und Max Neuhaus hat der Gegner zwei starke Rückraumspieler hinzugewonnen. Martin Tomkovski kam als neuer Spannmann von Keeper Stefan Hanemann. Zuletzt in Flensburg führte die Truppe lange, verlor erst in den Schlussminuten 26:29. Trotzdem schaffte das Team erst einen Sieg: am vierten Spieltag beim 34:27 gegen den SC DHfK Leipzig.

Für die Löwen könnte ein Erfolg die Richtung für drei weitere Partien vorgeben. Es folgen Duelle gegen Erlangen, Stuttgart und Lemgo. Partien auf Augenhöhe sozusagen. Dass die Eulen darauf Einfluss haben, geht Kristian Nippes zu weit: „Es ist der ganze Block an Spielen, der zeigt, in welche Richtung es gehen kann.“

(Boll)
Mehr von RP ONLINE