Handball-Bundesliga: Bergischer HC erwartet THW Kiel

Handball-Bundesliga : Hinze sucht Antworten auf die jüngste Leistung

Am Donnerstag ist der Bergische HC Gastgeber für die Zebras. Die Pleite von Hannover ist noch nicht abgehakt.

24:30 hieß es am Ende aus Sicht des Bergischen HC im Auswärtsspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf – ein Ergebnis, das nicht einmal widerspiegelt, wie chancenlos die Löwen gewesen sind. Lange darf die Mannschaft zur Verarbeitung nicht brauchen, denn bereits am Donnerstag um 19 Uhr ist der THW Kiel zu Gast in der Wuppertaler Unihalle. Immerhin: Der Ergebnisdruck gegen den Deutschen Rekordmeister ist gering.


Was ist in Hannover schief gelaufen? „Als es 3:3 stand, hatten wir eine Körpersprache, als würden wir mit zehn Toren hinten liegen“, hadert Trainer Sebastian Hinze. „Da frage ich mich, warum das so ist.“ Viel zu früh seien seine Spieler mit ihren eigenen Fehlern beschäftigt gewesen. „Das ist uns jetzt im zweiten Auswärtsspiel in Folge passiert, denn es war auch schon gegen die Rhein-Neckar Löwen der Fall.“ Die Folge: Offensiv, defensiv und im Tempospiel blieb das Team unter seinen Möglichkeiten.


Ist die Erwartungshaltung an die Mannschaft zu hoch? Dass dem Bergischen HC auch beim Tabellenführer etwas zugetraut wurde, ist auf die hervorragende Arbeit der vergangenen Jahre zurückzuführen. „Es kann vor allem intern aber nicht darum gehen, dass wir jetzt unsere Ziele herunterschrauben“, erläutert Hinze. „Wir wollen nicht dazu übergehen, zukünftig nach Hannover zu fahren und mal zu schauen, wie das Spiel läuft, sondern wir möchten dort gewinnen.“ Dass dies nicht immer gelingen könne, sei natürlich auch klar.


Wie hat die Mannschaft das Spiel erlebt? Die Unzufriedenheit ist gewaltig. Csaba Szücs räumte ein, die Partie noch nicht verarbeitet zu haben. Torhüter Christopher Rudeck betont: „Die Unzufriedenheit über unsere Leistung ist riesig. Es gehört eigentlich zu unseren Stärken, dass wir immer ein gewisses Level erreichen, um eine Chance auf Punkte zu haben. Davon waren wir meilenweit entfernt.“


Dreimal in Folge kassierten die Löwen 30 Gegentore. Ein Problem? „Das ist zu viel“, sagt Hinze – auch wenn ein 33:30-Erfolg gegen Wetzlar dabei war. Die Gründe dafür liegen aber kaum im System. Vielmehr wirkten Fehler im Angriff noch in der Deckung nach. „Jeder weiß, wie wir die Dinge besser lösen können“, sagt Hinze. „Die Frage ist, warum wirkt jede Aktion so lange? Warum schaffen wir es nach einer guten Trainingswoche nicht, unsere Leistung auf die Platte zu bringen?“ Eine Antwort hat der Trainer noch nicht.


Kommt mit Kiel ein überragender Gegner zu richtigen Zeit? Niemand rechnet damit, dass die Löwen am Donnerstag zum ersten Mal in ihrer Bundesliga-Historie einen Punkt gegen die Zebras holen. „Erstmal wollen wir wieder unsere Stärken auf die Platte bringen“, sagt Hinze. „Die Situation ist vielleicht ein bisschen einfacher, wenn der Ergebnisdruck nicht ganz so hoch ist. Trotzdem ist es auch gegen Kiel unser Anspruch, um Punkte zu kämpfen.“


Befindet sich der THW denn in Topform? In der Bundesliga hat der Rekordmeister das Spitzenspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt souverän mit 28:24 für sich entschieden. Die Kieler ließen sich sogar nicht davon schocken, dass die Gäste den 13:18-Halbzeitrückstand binnen sieben Minuten aufholten und zum 18:18 ausglichen.


Spricht irgendetwas für eine Sensation? Die Kieler stehen unter einer höheren Belastung. Nach dem Bundesliga-Topspiel am Donnerstag empfing die Mannschaft am Sonntag PGE Vive Kielce (30:30) zum Champions-League-Auftakt. Bereits am Samstag müssen die Norddeutschen nach Veszprem. Außerdem: Die Löwen wollen eine Reaktion zeigen und haben wenig zu verlieren. Das kann genauso helfen wie eine volle Unihalle.

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