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Handball-Bundesliga: Bergischer HC beim HC Erlangen mit weiterer unnötiger Niederlage

Handball-Bundesliga : Technische Fehler machen den Gegner stark

Das 26:28 (16:14) beim HC Erlangen bedeutete für den Bergischen HC eine weitere Niederlage, die nicht hätte sein müssen.

Nur knapp 46 Stunden Stunden nach dem Abpfiff des nervenaufreibenden Heimspiels gegen die Füchse Berlin (26:26) wartete schon der nächste Gegner auf den Bergischen HC. Viel Zeit, sich auf die Auswärtspartie in Nürnberg gegen den HC Erlangen akribisch vorzubereiten, blieb den Löwen nicht. Am Mittwoch war am Vormittag noch in der Heimat trainiert worden, ehe sich der BHC-Tross danach Richtung Franken in Bewegung setzte. Nach einer Übernachtung folgte am Donnerstagmorgen noch eine Einheit in Coburg, wo der dort ansässige Zweitligist den Bergischen eine seiner Trainingseinheiten überlassen hatte.

Somit hatten beide Teams die gleichen Voraussetzungen, da auch die Erlanger zwei Tage zuvor noch auf der Platte gestanden hatten – sie verloren im Spiel eins nach der Trainerentlassung von Rolf Brack (20:24). Lange Zeit war den Gastgebern die Verunsicherung angesichts der jüngsten Entwicklungen anzusehen, was wiederum an der Leichtigkeit abzulesen war, mit der der BHC seine Fünf-Tore-Führung in ersten 13 Minuten herauswarf. Mehrfach entwischten die Löwen per Schneller Mitte oder Zweiter Welle, während die Erlanger Abwehr noch in Unordnung war.

Nur zwei Minuten nach dem 10:5 allerdings  war das Spiel plötzlich ein ganz anderes. Die Franken agierten plötzlich mit Emotionen in der Abwehr, die sie bis dahin hatten vermissen lassen. Grund dafür waren im Übrigen zwei Technische Fehler im Tempospiel des Bergischen HC, die dem Kontrahenten drei Treffer in Serie zum 8:10 bescherten.

Von nun agierten beide Teams auf Augenhöhe und vor allem aggressiv in der Deckung. Die Schiedsrichter verhängten auf beiden Seiten zahlreiche Zeitstrafen – und vier Minuten vor dem Seitenwechsel sogar eine Rote Karte. Csaba Szücs erwischte Antonio Metzner bei dessen Durchbruch mit ausgestrecktem Armen mit voller Wucht am Kinn und wurde dafür von Simon Reich und Hanspeter Brodbeck des Feldes verwiesen. Für den BHC-Abwehrchef rückte Lukas Stutzke neben Max Darj in den Innenblock.

Der BHC hätte durchaus mit einer Drei-Tore-Führung den ersten Durchgang beenden können, wenn Max Darj nicht ein weiterer Technischer Fehler bei einem Tempogegenstoß unterlaufen wäre. Stattdessen folgte ein HCE-Schnellangriff zum 14:15, den Fabian Gutbrod immerhin noch kurz vor dem Halbzeitsignal mit seinem vierten Treffer zum 16:14 beantwortete.

Die Löwen steckten nicht nur das Ausscheiden von Csaba Szücs gut weg, sondern lange Zeit auch den Ausfall von Linus Arnesson. Der spielstarke Mittelmann stand wegen eines grippalen Infektes gar nicht im Kader. Fabian Gutbrod oder Alexander Weck strahlten im Rückraum bis Mitte der zweiten Hälfte Torgefahr aus, so dass die Offensive bis dahin schwer auszurechnen war.

Nichtsdestotrotz spiegelte sich die optische Überlegenheit nicht im Ergebnis wider, weil nicht geahndete Fouls oder Technische Fehler die Franken in Ballbesitz brachten, um mit einfachen Treffern im Spiel bleiben zu können. In der 44. Minute war der zwischenzeitliche Vier-Tore-Vorsprung nach Jeffrey Boomhouwers verwandeltem Siebenmeter (22:18) verspielt – Nikolai Link traf aus der Nahdistanz zum 22:22-Ausgleich. Weitere vier Minuten später verzeichneten die Gastgeber sogar die erste Führung, als Florian von Gruchalla per Strafwurf das 23:22 erzielte. Mehr noch: Der HCE um die achtfachen Torschützen Antonio Metzner und Johannes Sellin enteilte den Bergischen in der Endphase uneinholbar auf drei Treffer (55. / 27:24), weil diese keine Gelegenheit mehr zum Tempospiel bekamen und sich wieder einmal im Positionsangriff quälten. Am Ende stand eine weitere Niederlage (26:28), die nicht hätte sein müssen.