Handball-Bundesliga: Bergischer HC begeistert nach der Pause seine Fans

Handball-Bundesliga : Bergischer HC begeistert nach der Pause seine Fans

Die Mannschaft von Sebastian Hinze überzeugt beim 33:30-Erfolg über Wetzlar. Torhüter Mrkva ist der große Rückhalt.

Das Publikum in der Unihalle steht, feuert den Bergischen HC enthusiastisch an, es herrscht Handball-Begeisterung. Nur wenige Minuten nach der Pause hat der BHC alle Trümpfe in der Hand, führt mit 18:15. Selbst der vergebene Siebenmeter des später noch sehenswert treffenden Jeffrey Boomhouwer sorgt nicht für ein Stimmungstief, weil der Spieler mit der Nummer 61 im Tor der Gastgeber Überragendes leistet. Immer wieder ist es Tomas Mrkva, der die HSG Wetzlar verzweifeln lässt.

Es passt zur Euphorie in dieser Phase des Spiels, dass auch die Zeitstrafe gegen Max Darj den Motor nicht ins Stocken bringt. Das Team von Trainer Sebastian Hinze setzt sich bis zur 40. Minute auf 22:18 und später sogar auf fünf Tore ab, legt damit den Grundstein für einen ganz wichtigen 33:30 (16:15)-Sieg in der Handball-Bundesliga. „Das Zusammenspiel mit der Abwehr hat super gepasst. Die Jungs haben sehr gute Arbeit verrichtet“, fasst Tomas Mrkva, einer der Matchwinner, zusammen.

Dass es im ersten Wuppertal-Spiel der Saison nicht mehr eng wurde, lag auch an den bergischen Protagonisten auf dem Feld. Der mit riesigem Spielverständnis agierende Linus Arnesson, der wurfgewaltige Fabian Gutbrod und der klar formverbesserte Kristian Nippes waren insgesamt im Rückraum deutlich stärker als die HSG, deren Trainer Kai Wandschneider nur Olle Forsell Schefvert eine ordentliche Leistung bescheinigte. „Der BHC hat einen verdienten Sieg eingefahren“, resümierte dann auch der Gäste-Coach, der zu Beginn eigentlich zufrieden sein durfte. Kreisläufer Anton Lindskog setzte zur Freude der 50 mitgereisten Fans die ersten Akzente. Zwei Mal war Christopher Rudeck, der beim BHC wieder von Beginn an zwischen den Pfosten stand, machtlos.

Dies galt auf der Gegenseite für eine weitere deutsche Torhüter-Hoffnung: Till Klimpke erlebte einen entschlossenen BHC-Kapitän – nicht zuletzt dank Kristian Nippes drehten die Löwen das 0:2 bis zur 8. Minute in eine 4:3-Führung. Ebenso wie Nippes präsentierte sich auch Linus Arnesson mit großer Spielfreude. Der Schwede war in Abschluss und Spielsteuerung eine wichtige Station auf dem Weg zum 6:4, das in der 12. Minute erstmals einen Vorteil von zwei Treffern bedeutete.

Aber keinesfalls einen Trend, dafür lag das Plus im Spiel über den Kreis eindeutig auf Seiten der Hessen, die auch deswegen wieder mit 11:10 (20.) in Führung lagen. Stark: Maximilian Holst, der sicher von linksaußen und per Siebenmeter verwandelte. Letzteres tat auf der Gegenseite Arnor Gunnarsson nicht.

Der Isländer war nach dem Abpfiff aber auch total glücklich und konnte mit seinem Missgeschick leben: „Wir spielen in der besten Liga, also auch gegen die besten Torhüter.“ Gunnarsson gelang in Hälfte zwei zudem eines der Glanzlichter, ein weiter Pass auf Jeffrey Boomhouwer kam total genau. „Nach dem Wechsel sind wir in unseren Flow gekommen. Und Mrkva hält wichtige Bälle“, sagte Gunnarsson.

Hinze hatte kurz vor dem vergebenen Siebenmeter von ihm einen entscheidenden Wechsel vorgenommen: Tomas Mrkva kam für den glücklosen Rudeck, es war ein Glücksgriff des BHC-Trainers, der auch mit dem Postionsangriff hochzufrieden sein durfte. Seit Anfang 2017 hat der BHC erst zwei Mal in der Unihalle verloren – die Fortsetzung der Serie an diesem Sonntag war überaus wichtig und verdient.

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